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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
16. Januar 2013

Cholera-Fälle in Havanna bestätigt - Kubaner warten auf Reisepässe

Nach tagelangen Gerüchten ist es nun offiziell: In Kubas Hauptstadt sind Cholera-Fälle aufgetreten. Unabhängig davon wollen viele Kubaner bald ins Ausland reisen. Möglich machen sollen es die gelockerten Reisevorschriften.

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Rund ein halbes Jahr nach dem jüngsten Cholera-Ausbruch in Kuba haben die Behörden erneut 51 Fälle der bakteriellen Infektionskrankheit gemeldet. Betroffen ist diesmal die auch bei Touristen hoch im Kurs stehende Hauptstadt Havanna. Damit bewahrheiteten sich Gerüchte, die bereits seit Tagen im Umlauf waren. Im Juli 2012 starben drei Menschen an Cholera in Kuba. Damals waren über 400 Fälle registriert worden. Unterdessen hat für viele Kubaner das Warten auf die Reisepässe begonnen. Die seit Montag geltenden neuen Regeln, sollen den elf Millionen Einwohnern der sozialistischen Karibik-Insel Reisefreiheit bringen.

Viele Kubaner reagierten auch einen Tag nach In-Kraft-Treten der neuen Reiseregeln mit einer Mischung aus Skepsis und Hoffnung auf den angekündigten Kurswechsel, der sich noch in der Praxis beweisen muss. Ein Ansturm auf die Passstellen blieb aus, und auch an Flughäfen herrschte normaler Betrieb. Die Bearbeitungszeit für neue Pässe wird auf etwa zwei Wochen geschätzt.

Die Sprecherin der oppositionellen Gruppe „Damas de Blanco“, Berta Soler, äußerte sich vorsichtig optimistisch. „Wir beginnen mit der Normalität, wie in anderen Ländern“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Die 49-Jährige warnte aber auch: „Für mich ist es auch ein "Reförmchen", da die kubanische Regierung immer einen Filter haben wird, um zu entscheiden, wer ausreisen darf.“ Sobald sie aus dem Exil die für einen Reisepass-Antrag notwendigen 100 Pesos Convertibles (100 US-Dollar) bekomme, werde sie das Dokument beantragen.

Die oppositionelle Internet-Bloggerin Yoani Sánchez war einer der Ersten, die den Pass beantragten. Sie schrieb am Ende des Tages am Montag via Twitter: „Ich werde träumen .. von Mauern, die einstürzen und Grenzen, die sich auflösen.“

Sánchez war es auch, die bereits mehrfach auf Gerüchte über den neuerlichen Ausbruch von Cholera in der rund zwei Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt hingewiesen hatte. Die Gerüchte wurden am Dienstag von den Behörden in der offiziellen Zeitung „Granma“ bestätigt. Der Ausbruch sei vom 6. Januar an bemerkt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Auslöser sei eine Infektion bei einem Lebensmittelverkäufer gewesen. Die weitere Übertragung der Krankheit sei aber nahezu gestoppt.

Erst im Juli 2012 wurden auf Kuba Cholera-Fälle registriert - nach Angaben der Behörden das erste Mal seit über einem Jahrhundert. Die aktuellen Fälle wurden nach bisherigen Erkenntnisse in dem Hauptstadtbezirk Cerro festgestellt. Der Lebensmittelhändler soll sich die Infektion in anderen Regionen des Landes zugezogen haben. Die Bewohner wurden aufgefordert, auf Hygienevorschriften zu achten.

 



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