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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
15. Januar 2013

BVF: „Pille danach per Online-Rezept - Schwangerschaft garantiert?“

In Deutschland sind ärztliche Ferndiagnosen via Internet verboten. Allerdings gestattet es eine EU-Richtlinie, dass ausländische Ärzteportale ihre Dienste auch deutschen Patientinnen und Patienten anbieten. Dies ist die Basis, auf der ein englisches Ärzteportal seit einiger Zeit Online-Beratungen und auch Online-Rezepte anbietet; die Medikamente werden dann über eine Versandapotheke verschickt. Für Patientinnen und Patienten ist dieses Angebot teuer: Sie bezahlen die ärztliche Behandlung nach privatärztlichen Gebührenkatalogen, die Versandkosten der Online-Apotheke und in der Regel auch die vollen Kosten für die Arzneimittel, selbst wenn diese normalerweise eine Kassenleistung gewesen wären.

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Ab sofort wird dieser Anbieter auch die „Pille danach“ anbieten, nicht rezeptfrei, sondern nach dem Ausfüllen eines Online-Fragebogens durch die Patientin und nach anschließender Ausstellung eines Privatrezepts. Das Medikament kommt dann per Overnight-Express mit zusätzlichen Versandkosten, wobei die Versandapotheke, mit der das Ärzteportal zusammenarbeitet, keine Zustellung am Sonntag vorsieht. Eine Zustellung am Montag kann nur erfolgen, wenn das Arzneimittel bis Freitag 18 Uhr bestellt wurde. Auch eine Bestellannahme des Apothekendienstes am Wochenende ist derzeit nicht vorgesehen, so dass bei einer Bestellung am Samstag oder Sonntag das Notfallmedikament erst am Dienstag eintrifft. Das Portal bietet zudem nur Levonorgestrel an, nicht Ulipristal. „Von einer sicheren Notfallverhütung kann unter solchen Umständen nicht gesprochen werden“, so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V..

Der Berufsverband der Frauenärzte bezieht Stellung:

1. Die „Pille danach“ zur Notfallverhütung sollte nur nach einem ärztlichen Kontakt verordnet werden. Ein Online-Fragebogen kann diese Beratung und ggf. eine Untersuchung nicht ersetzen.
 
2. Zur Notfallverhütung sollte nach neuen Erkenntnissen Ulipristalacetat verordnet werden, das eine höhere Sicherheit bietet, und zwar bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Sex. Vor der Verordnung von Ulipristalacetat muss eine bereits bestehende Schwangerschaft zwingend ausgeschlossen werden.
 
3. Der Online-Anbieter bietet nur das nicht so wirksame Levonorgestrel zur Notfallverhütung an. Die Wirkung der Notfallkontrazeptiva nimmt bereits 24 Stunden nach dem ungeschützten Sex deutlich ab. Da eine Bestellung und Zustellung am Wochenende nicht möglich ist, ist eine sichere Notfallverhütung auf diesem Weg nicht möglich. In Deutschland existiert jedoch ein ambulanter ärztlicher Bereitschaftsdienst rund um die Uhr, den die Mädchen und Frauen kostenlos aufsuchen können. Zudem werden die Kosten für die „Pille danach“ bis zu einem Alter von 20 Jahren von den Krankenkassen übernommen.
 
4. Eine Besprechung in der frauenärztlichen Praxis zur Notfallkontrazeption kann bis zu einer Viertelstunde dauern, wenn die Patientin die Beratung wünscht, bzw. länger, wenn sie auch untersucht werden möchte. Der BVF bezweifelt, dass die Fragebogen vom Onlineanbieter in ausreichendem Maße beachtet bzw. bewertet werden.

 
Quelle: Berufsverband der Frauenärzte



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