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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
16. November 2012

SOEP-Studie: Das Vermögen der Eltern spielt eine wichtige Rolle für den Erfolg der Kinder

Ob junge Menschen den sozialen Aufstieg – gemessen an Beruf und Einkommen – schaffen oder nicht, hängt in Deutschland, Schweden und den USA zu einem beträchtlichen Teil vom Vermögen der Eltern ab. Das ist das Ergebnis einer vergleichenden Langzeit-Studie, die jetzt als 500. SOEPpaper veröffentlicht wurde.

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„Das elterliche Vermögen bildet ein privates Sicherheitsnetz für die Bildungsentscheidungen und -karrieren der Kinder“, erklärt der Soziologe Fabian Pfeffer von der US-amerikanischen Universität Michigan in Ann Arbor, der Hauptautor der Studie. „Das trifft auf Deutschland, Schweden und die USA zu. In den USA macht es das elterliche Vermögen darüber hinaus in vielen Fällen überhaupt erst möglich, jungen Menschen eine erfolgversprechende Ausbildung zu finanzieren.“

Bisher waren sich die Bildungsforscher einig, dass vor allem die Bildung der Eltern, ihr beruflicher Status und ihr Einkommen den Bildungsweg und späteren beruflichen und wirtschaftlichen Erfolg der Kinder prägen. Fabian Pfeffer konnte jetzt erstmals anhand von Daten aus drei repräsentativen Langzeitstudien belegen, dass darüber hinaus auch das Vermögen der Eltern den Bildungserfolg und sozialen Aufstieg entscheidend erleichtert. Sozialer Aufstieg bedeutet, dass die Kinder einen höheren beruflichen und ökonomischen Status erreichen als ihre Eltern.

Die Untersuchung legt nahe, dass das Vermögen der Eltern hierzulande und in Schweden wie ein Sicherheitsnetz funktioniert, das dichter geknüpft ist als es mit laufenden Einkommen allein möglich wäre. „Das heißt nicht unbedingt, dass der Nachwuchs das Geld der Eltern tatsächlich für seine Karriere in Anspruch nimmt“, sagt Pfeffer. „Aber Familien haben mehr Wahlmöglichkeiten bei den Bildungs- und Berufsentscheidungen ihrer Kinder, wenn das familiäre Vermögen ihnen Rückhalt für den Notfall verspricht.“ So würden sich zum Beispiel Jugendliche aus vermögenden Elternhäusern auch deshalb eher zu einem Hochschulstudium entschließen als andere, weil sie die finanziellen Folgen eines möglichen Studienabbruchs nicht alleine tragen müssten.

In den USA ergibt sich der Zusammenhang zwischen Bildungschancen und Vermögen zusätzlich daraus, dass vermögende Familien in privilegierten Wohngebieten mit besser ausgestatteten Schulen leben und auch höhere Studiengebühren aufbringen können. In den USA kann nur jedes zehnte Kind, dessen Eltern zu den 10% der Bevölkerung mit den geringsten Vermögen zählen, einen Bachelor-Abschluss vorweisen. Dagegen haben mehr als die Hälfte aller Kinder, deren Eltern zu den zehn Prozent der Bevölkerung mit den höchsten Vermögen zählen, einen solchen Abschluss. „Nicht nur in den USA, auch in Deutschland und sogar in Schweden sind die Privatvermögen weit ungleicher verteilt als die Einkommen“, sagt Pfeffer. In allen drei Nationen besitzen zehn Prozent der Bevölkerung mehr als die Hälfte des gesamten Privatvermögens. „Um die Startchancen für Jugendliche aus allen Bildungsschichten anzugleichen, wäre sowohl eine verbesserte Politik der Vermögensbildung als auch eine höhere steuerliche Belastung der hohen Vermögen denkbar“, sagt Pfeffer.

Für die Untersuchung wurden neben den deutschen SOEP-Daten auch Daten der amerikanischen Langzeitstudie Panel Study of Income Dynamics (PSID) sowie schwedische Registerdaten ausgewertet. In die Studie flossen die anonymisierten Daten von mehr als 2.600 Menschen aus Deutschland und den USA ein, darüber hinaus Informationen aus Steuerregistern von mehr als einer Million Schweden.

 
Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin



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