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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
05. Oktober 2012

Kassen-Umfrage: Immer mehr Bewegungsmuffel in Deutschland

Deutschland wird nach einer Kassenumfrage immer mehr zum Land der Bewegungsmuffel. Besonders die Jüngeren sitzen viel zu lange herum - am liebsten vor dem Computer.

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Nur jeder zehnte Bundesbürger lebt nach einer Umfrage rundum gesund. Die größten Sünden begehen die Deutschen nach einer Analyse der Sporthochschule Köln bei Bewegung, Ernährung und im Umgang mit Stress, teilte die Deutsche Krankenversicherung (DKV) am Freitag in Berlin mit. So schafft fast die Hälfte der Befragten (46%) noch nicht einmal die Mindestempfehlung von 150 Minuten moderater körperlicher Aktivität pro Woche. Die größten Bewegungsmuffel sind dabei die 18 - bis 29-Jährigen. Sie toben sich in ihrer Freizeit zunehmend in sozialen Netzwerken am Computer aus.

Im Vergleich zur ersten Umfrage im Jahr 2010 leben die Deutschen damit weniger gesund. Vor zwei Jahren punkteten noch 14% der Interviewten mit einer vernünftigen Lebensweise, nun sind es noch 11%. Für die repräsentative Studie der privaten Kasse hatte die Hochschule im März und April rund 3.000 Menschen nach ihrem Alltag gefragt: wie viel sie sich bewegen, was sie essen, wie gestresst sie sich fühlen und wie sie mit Alkohol und Zigaretten umgehen. Aus diesen Selbstauskünften berechneten die Interviewer ihre Gesundheitsstatistik.

Lichtblicke gibt es danach nur beim Konsum von Tabak und Alkohol. Die Zahl der Raucher sank innerhalb von zwei Jahren von 25 auf 22%. Ungesundes Trinkverhalten ging von 19 auf 16% zurück. Auf allen anderen Gebieten sah es düsterer aus: Bereits jeder zweite ernährt sich nicht abwechslungsreich genug und fühlt ungesunden Stress.

Bei der Bewegung verhalten sich die Älteren inzwischen sogar erheblich gesünder als die Jüngeren. Menschen über 65 sitzen pro Tag rund 240 Minuten ruhig auf einem Stuhl. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 360 Minuten - ein Spitzenwert unter allen Altersgruppen. So lang am Schreibtisch kleben nach der Studie sonst nur Akademiker bei der Arbeit. Darüber hinaus schneiden die Jüngeren auch beim Thema Ernährung, Rauchen und Trinken schlecht ab.

Ein weiteres Umfrage-Ergebnis mag da nicht verwundern: Fast die Hälfte der Bundesbürger hält sich selbst für übergewichtig. Viele fühlen sich mit zu vielen Kilos auf den Rippen auch weniger vital als Menschen mit Normalgewicht. Doch die meisten nehmen das nicht auf die leichte Schulter. Fast 80% der Befragten halten Übergewicht für ein großes gesellschaftliches Problem. Vor zwei Jahren meinten das 65%. Und Dreiviertel würden eine Ampelkennzeichnung für Lebensmitteln begrüßen: rot für ungesunde und grün für gesunde Waren.

Insgesamt zeigt die Umfrage, dass Frauen gesünder leben als Männer - vor allem, weil sie bewusster essen, sich mehr bewegen und weniger Alkohol trinken. Überraschen mag das Ergebnis für Senioren: Über 65 Jahre leben die Menschen nach der DKV-Studie am gesündesten, auf jeden Fall vernünftiger als in jedem anderen Lebensalter. Getrübt wird dieses positive Ergebnis für die Älteren aber durch ein höhere Anfälligkeit für depressive Verstimmungen. Bereits jeder vierte Senior klagt darüber.

 



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