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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
19. Juli 2012

Beschneidung - kleine Operation mit großer Bedeutung

Mit einer Resolution will sich der Bundestag an diesem Donnerstag dafür stark machen, dass die religiöse Beschneidung von Jungen auch in Zukunft möglich ist. Doch wie bindend ist eine solche Resolution? Und warum werden Jungs und Männer überhaupt beschnitten? Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was bedeutet die Beschneidung beim Mann?

Die männliche Beschneidung ist eine der ältesten chirurgischen Eingriffe weltweit. Dabei wird die Vorhaut entfernt, die die Eichel des Penis umschließt. Je nach Operationsverfahren geschieht das ganz (Zirkumzision) oder teilweise (Inzision). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit 30 Prozent der Männer beschnitten sind.

Aus welchen Gründen erfolgt eine Beschneidung?

Jüdische Jungen werden bereits am achten Tag nach ihrer Geburt beschnitten. Das Ritual gilt als Symbol des Bundes, den Gott mit Abraham schloss. Der Islam übernahm bei seiner Entstehung den Brauch, der bereits bei den alten Ägyptern bekannt war. Als Zeichen der Religionszugehörigkeit werden Kinder bis zum Alter von 13 Jahren beschnitten. Zwei Drittel der beschnittenen Männer weltweit sind nach WHO-Angaben Moslems.

  Mittlerweile gibt es in den USA ebenfalls viele beschnittene Männer. Hier spielen neben religiösen auch hygienische Gründe eine große Rolle. So kann sich nach einer Beschneidung kein Talg (Smegma) mehr hinter der Eichel ansammeln. In Deutschland raten die meisten Urologen aber nur bei konkreten medizinischen Problemen zur Beschneidung, wie etwa bei einer Vorhautverengung (Phimose).

Ist der Eingriff gefährlich?

Wie bei jedem operativen Eingriff können auch bei einer Beschneidung unerwartete Schwierigkeiten auftreten. Die WHO schätzt die Komplikationen bei Säuglingen geringer ein als bei Jungen oder jungen Männern. Bei ihnen komme es häufiger zu Blutungen, Blutergüssen oder Blutvergiftungen.

Welche Bedeutung hätte eine Resolution des Bundestags?

Seit das Kölner Landgericht vor wenigen Wochen die Beschneidung eines Jungen als Körperverletzung bewertet hatte, verzichten die Ärzte in Deutschland weitgehend auf derartige Eingriffe. Sie wollen vermeiden, dass sie sich strafbar machen. Ob die vorgesehene Bundestags-Resolution an dieser Situation etwas ändert, ist fraglich, denn ein parlamentarisches Grundsatzbekenntnis zur Beschneidung hat letztlich nur symbolischen Wert. Für Rechtssicherheit kann nur eine gesetzliche Regelung sorgen. Damit ist aber frühestens im Herbst zu rechnen.

Warum dauert die Gesetzgebung so lange?

Die Materie gilt als kompliziert. Zwar herrscht weitgehende Einigkeit, dass Juden und Muslimen in Deutschland die Beschneidung ihrer Kinder ermöglicht werden soll. Doch der Teufel steckt im Detail. Unbedingt verhindert werden soll zum Beispiel, dass mit der Erlaubnis von religiösen Eingriffen auch die grausame Genitalverstümmelung von Mädchen legalisiert wird. Unklar ist ferner, ob im Sinne des Kindeswohls auch die Frage einer Betäubung gesetzlich geregelt werden sollte.
 

 



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