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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
25. Juni 2012

Zwei Millionen fehlerhafte Gesundheitskarten verschickt

Erst kamen sie wegen Pleiten, Pech und Pannen nicht voran, jetzt läuft schon wieder etwas schief: Zwei Millionen Versicherte haben fehlerhafte elektronische Gesundheitskarten bekommen. Die Kassen geben jedoch Entwarnung – sie sehen den Datenschutz nicht gefährdet.

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Die Auslieferung der mit großem Verzug gestarteten elektronischen Gesundheitskarte hat ein neues Problem aufgeworfen: An rund zwei Millionen Versicherte von 55 Krankenkassen wurden nach Angaben des Spitzenverbandes fehlerhafte Karten verschickt. Es bestehe aber «aktuell kein Sicherheitsrisiko», sagte ein Sprecher des Kassen-Spitzenverbandes am Freitag in Berlin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Er bestätigte damit einen Bericht des Internetportals «derwesten.de».

Der Fehler sei beim Kassen-Dienstleister itsc entstanden. Die Karten seien versehentlich ohne Persönliche Identifikations-Nummer (PIN) ausgeliefert worden. Dies gebe potenziellen Datendieben theoretisch die Möglichkeit, Kartendaten auszulesen.

Die Firma selbst sagte bereits zu, alle fehlerhaften Karten bis zum Online-Betrieb Ende 2013 auszutauschen. Die PIN werde auch erst dann benötigt, hieß es. Alle Betroffenen seien den Kassen bekannt, die Versicherten müssten deshalb jetzt nichts unternehmen.

Das Bundesgesundheitsministerium reagierte dennoch verärgert. «Die fehlerhaften Karten müssen rasch zurückgezogen werden», sagte ein Sprecher der dpa. Nicht akzeptabel sei, damit zu warten, bis das Online-Verfahren starte.

Nach Angaben von itsc wurde der Fehler inzwischen behoben, die aktuell ausgelieferten Karten seien ohne Sicherheitslücke. Der Kassenverband geht nach den Worten des Sprechers davon aus, dass die fehlerhaften Karten «automatisch gesperrt werden».

Der Gesundheitskarten-Kritiker Erwin Lotter (FDP) forderte, «das Projekt sofort auf Eis zu legen–- und über das weitere Schicksal der ohnehin nur von den Kassen geliebten Karte erst zu entscheiden, wenn alle technischen und nicht zuletzt auch juristischen Fragen zum Datenschutz abschließend geklärt sind».

Am 28. Juni verhandelt das Sozialgericht Düsseldorf über die Plastikkarte. Dem Verfahren wird Pilotcharakter zugeschrieben, der Kläger sieht den Datenschutz verletzt. Die Karten für rund 70 Millionen Versicherte werden seit vergangenem Herbst verschickt.

 



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