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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
20. Juni 2012

Lebensversicherer suchen nach Auswegen aus der Zinsfalle

Die Lebensversicherung zählt zur beliebtesten Altersvorsorge der Bundesbürger. Doch ihre Attraktivität schwindet angesichts niedriger Zinsen. Die Branche sucht nach Alternativen.

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Es wirkt wie ein Luxusproblem: Die Lebensversicherungen wissen nicht wohin mit ihrem Geld. Sie sollen die Kundengelder möglichst sicher, aber auch möglichst gewinnbringend anlegen. Angesichts historisch niedriger Zinsen gleicht dies der Quadratur des Kreises. Die Folgen bekommen viele Sparer unmittelbar zu spüren. Sie erhalten weit weniger Geld als sie sich ursprünglich beim Abschluss ihres Vertrages erhofft hatten.

In den 1990er Jahren lag die durchschnittliche Verzinsung einer Lebensversicherung nach Angaben des Bundes der Versicherten noch bei 8 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es im Schnitt 4,2 Prozent, und selbst die vier vor dem Komma scheint zu wackeln. «Ich kann keine Prognose abgeben, wie lange die Branche das Zinsniveau von vier Prozent noch halten kann», sagte Maximilian Zimmerer, Allianz-Finanzchef, kürzlich voraus. Andere Anlageformen wie etwa zehnjährige Bundesanleihen bringen mit knapp 1,5 Prozent allerdings noch weniger Rendite.

Einst lag der vom Bundesfinanzministerium festgelegte Garantiezins von Lebensversicherungen, mit dem Kunden sicher rechnen können, bei 4 Prozent. Heute können Sparer, die einen neuen Vertrag abschließen, mit gerade einmal noch 1,75 Prozent fest rechnen. Zugleich sinkt die freiwillige Überschussbeteiligung seit Jahren.

Das Problem der Branche: Das Geld steckt vor allem in festverzinslichen Wertpapieren. Knapp 90 Prozent der Kapitalanlagen der Lebensversicherer entfallen auf Pfandbriefe, Staatsanleihen, Unternehmensdarlehen oder andere Rentenpapiere. Seit dem Dauertief an der Zinsfront, mit dem die Europäische Zentralbank in der Staatsschuldenkrise Kredite billig macht, werfen die als sicher geltenden Papiere kaum noch etwas ab. Deutsche Staatsanleihen bringen so wenig wie nie zuvor. Das bekommen die Versicherer vor allem bei Neuanlagen zu spüren. Die Investitionen in Aktien, die als profitabler, aber riskanter gelten, haben die Unternehmen nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes zu Beginn des Jahrtausends dagegen deutlich runtergefahren.

Die Zinsen, auf die viele Lebensversicherungskunden aus alten Verträgen Anspruch haben, sind an den Finanzmärkten also immer schwerer zu verdienen. «Vereinzelt müssen erste Versicherer bereits ihre Reserven angreifen, um die Kundenansprüche zu befriedigen», sagt Hajo Köster vom Bund der Versicherten.

Die Versicherer sind daher auf der Suche nach neuen attraktiven Anlageformen, die vergleichsweise sicher sind. «Das spekulative Element ist der Lebensversicherung fremd. Wir investieren nicht in Rendite um jeden Preis», sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Rolf-Peter Hoenen, jüngst in einem «Zeit»-Interview.

Der Versicherungsriese Allianz macht Infrastrukturobjekte wie Gasnetze als ertragreiche und sichere Alternative aus. Das Unternehmen erwartet daraus über Jahrzehnte hinweg hohe stabile Renditen, unabhängig vom Kapitalmarkt. Seit vorigem Jahr ist der Versicherungsriese etwa an dem norwegischen Netzbetreiber Gassled beteiligt.

Mit Sorge blickt die Branche in diesem Zusammenhang allerdings auf die geplanten Aufsichts- und Eigenkapitalregeln unter «Solvency II». Danach soll für Investitionen in erneuerbare Energien und Infrastruktur ebenso viel Eigenkapital vorgehalten werden wie für riskantere Beteiligungen zum Beispiel an Hedgefonds.

Auch Immobilien gelten als ein Alternativinvestment. Sie sollen unter «Solvency II» nach dem derzeitigen Stand mit mindestens 25 Prozent Eigenkapital unterlegt werden. Die deutschen Versicherer halten dies für nicht sachgerecht. Zum Vergleich: Bei Aktien sollen es 30 Prozent sein.

Nach Einschätzung Kösters werden die Lebensversicherer auf absehbare Zeit vor allem bei den Kosten ansetzen müssen. «Bei Werbebudgets lässt sich noch am besten sparen». Zaubern könne die Branche nicht, sagt auch Hoenen. «Wenn es am Markt keine zehn Prozent Zinsen gibt, können wir die auch nicht erwirtschaften».

 



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