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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
29. Mai 2012

bng: „Warum täuschen die Krankenkassen die Bürger?“

„Die jüngsten Vorwürfe über Fangprämien für zuweisende Ärzte sind ein typisches Beispiel für den Missbrauch von Statistiken“, erklärt Dr. Franz Josef Heil vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). „Man pickt sich aus dem Zusammenhang gerissene Einzelaspekte heraus und bastelt daraus eine politisch motivierte Diffamierungskampagne.“
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Auf diese Weise wird schnell aus der Frage „Können Sie sich vorstellen …?“ die Behauptung, dass die Möglichkeit gängige Praxis sei. Tatsache ist jedenfalls, dass in der Befragung der Krankenkassen nicht nachgeforscht wurde, ob Ärzte Fangprämien beziehen. Stattdessen wurde gefragt, ob Ärzte so etwas für möglich halten. Dass 82 Prozent der Ärzte in diesem Zusammenhang explizit angeben, eine solche Praxis widerspreche ihrem Berufsethos, und dass 84 Prozent sie als "schädlich für das Ansehen des Berufstandes" einstufen, ist für die Krankenkassen offenbar nicht der Rede wert.

„Aus einem klaren Bekenntnis gegen Korruption wird ein Generalverdacht gegen tausende von Ärzten“, konstatiert Dr. Heil. „Die bizarre Verdrehung der Fakten ist offenkundig. Es fragt sich nur, warum die Krankenkassen es zulassen, dass einzelne profilierungsbedürftige Spitzenfunktionäre eine so scheinheilige Debatte vom Zaun brechen?“

Tatsache ist jedenfalls, dass die vielerorts erfolgreich praktizierte Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken politisch ausdrücklich erwünscht ist und auf der Basis von gesetzlichen Vorgaben erfolgt. „Es ist seit dem 1.1.2012 gesetztlich geregelt, dass im Rahmen von Kooperationen auch Vergütungen durch Kliniken erfolgen können, wenn vor- und nachstationäre Leistungen von niedergelassenen Kollegen übernommen werden“, so Dr. Heil. Die Übernahme von Leistungen durch niedergelassene Ärzte trägt dazu bei, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken, weil die ambulante Versorgung, wenn sie möglich ist, in der Regel günstiger ist als ein stationärer Aufenthalt.
 
Quelle: Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e.V.



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