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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
07. Mai 2012

Hartmannbund: „Ländlichem Raum droht der Versorgungsnotstand – Einzelpraxis vor dem Aus – Arztberuf verliert an Attraktivität“

Droht Deutschland bei der medizinischen Versorgung der GAU? Zahlen einer aktuellen Umfrage des Hartmannbundes unter seinen mehr als 20.000 Medizinstudierenden aus der gesamten Bundesrepublik geben jedenfalls erheblichen Anlass zur Sorge: Fast jeder Zweite schließt schon jetzt nicht aus, nach dem Studium einen Job außerhalb der kurativen Medizin anzutreten – und damit nicht der Patientenversorgung zur Verfügung zu stehen.
Kein Wunder, entspricht das doch der Zahl derjenigen, die ihren eigentlichen Traumberuf nicht mehr oder nur noch teilweise attraktiv finden. „Das ist bei einem so beliebten Studiengang wie der Humanmedizin ein Armutszeugnis für all jene, die für die Rahmenbedingungen der ärztlichen Ausbildung und Berufsausübung verantwortlich sind“, sagte Kristian Otte, Vorsitzender des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, anlässlich der Vorstellung der Umfrage in Berlin. Den ländlichen Raum würde der sich dann abzeichnende Versorgungsnotstand zuerst mit voller Härte treffen: Während 24 Prozent der Befragten aus ländlichen Regionen stammen, sind nur neun Prozent bereit, dort auch dauerhaft ambulant tätig zu werden.
 
Hauptursache für die grundlegende Skepsis der Medizinstudierenden gegenüber ihrem künftigen Beruf sind offenbar die bestehenden Versorgungsstrukturen und die dort herrschenden Arbeitsbedingungen: Ein nicht unerheblicher Teil der jungen Ärztegeneration sieht seine Perspektive nämlich weder in der Einzelpraxis noch in den Kliniken mit ihren hierarchischen Strukturen und ausufernden Arbeitszeiten. Im Vordergrund stehen vielmehr Teamarbeit, bessere Arbeitsbedingungen und – vor allem – die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Zeiten, in denen Ärztinnen und Ärzte klaglos Überstunden hinnehmen und ihr Privatleben den gewohnten Klinik- und auch Praxisabläufen unterordnen, scheinen endgültig vorbei. Dieser Aspekt, das belegen die Antworten der über 4.400 Teilnehmer der Umfrage, gewinnt zusätzlich dadurch an Bedeutung, dass demgegenüber finanzielle Anreize eine eher untergeordnete Rolle einnehmen.
 
„Die Ergebnisse unserer Umfrage sind wohl ein deutlicher Weckruf an Politik und Klinikträger, endlich zu handeln und angehenden Ärztinnen und Ärzten attraktive berufliche Perspektiven zu bieten", sagte Otte. „Die junge Ärztegeneration tickt anders als ihre Vorgänger, sie hat ein anderes Verständnis vom Arztberuf, sie setzt andere Schwerpunkte und sie hat sehr konkrete Vorstellungen davon, wie ihr Berufsleben aussehen soll.“ Vor dem Aus steht offensichtlich die klassische Einzelpraxis. Für gerade noch zehn Prozent ist diese überhaupt eine ernsthafte Option. Im Trend liegen stattdessen Gemeinschaftspraxen und Kooperationen und – das ist eine weitere Überraschung der Umfrage – die Anstellung im ambulanten Bereich. Dort ist nach Einschätzung vieler Studierender offensichtlich der Wunsch nach einer zeitgemäßen Beschäftigung inklusive Teamarbeit und flexibleren Arbeitszeiten eher umsetzbar als an den großen Krankenhäusern.
 
Für den Vorsitzenden des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, dokumentiert das Ergebnis der Umfrage vor allem eines: „Die Politik steht am Scheideweg. Legt sie jetzt endlich entscheidend die Hebel um und erkennt die Signale, dann hat sie noch alle Chancen, den jungen Medizinern die Perspektiven anzubieten, die diese sich für eine Tätigkeit in der kurativen Medizin vorstellen.“ Dazu müssten die verantwortlichen Akteure des Gesundheitswesens vor allem akzeptieren, dass sie auch künftig niemanden mehr zwingen könnten, den Beruf des Arztes nach altem Muster auszuüben. Stattdessen könne es nur heißen, die Berufsbedingungen für Ärzte den Vorstellungen der jungen Generation anzupassen. „Nur so können wir das in Schieflage geratene Bild des Traumberufes ‚Arzt‘ wieder gerade rücken“, so Reinhardt. Hoffnung machte er trotz schwieriger Ausgangslage auch den strukturschwachen Regionen: „Die übergroße Mehrheit der Befragten schließt es immerhin grundsätzlich nicht aus, in der Stadt zu leben und auf dem Land zu praktizieren oder auch befristet in strukturschwachen Regionen tätig zu werden. Das Potenzial ist also da! Wer es allerdings versäumt, die notwendigen Strukturänderungen endlich konsequent anzugehen, der gibt die flächendeckende Gesundheitsversorgung fahrlässig verloren.“
 
Quelle: Pressemitteilung des Hartmannbundes



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