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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
02. Mai 2012

Immer mehr Arbeitnehmer fallen wegen psychischer Belastung aus

Ständig erreichbar über das Smartphone, befristete Arbeitsverträge, schneller und effizienter arbeiten: Immer mehr Beschäftigte halten den Stress nicht mehr aus. Arbeitsministerin von der Leyen will gegensteuern.
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Aus der wachsenden psychischen Belastung von Arbeitnehmern will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Konsequenzen ziehen. Ihr Ressort plant, im nächsten Jahr einen Runden Tisch einzuberufen, der Kriterien zum Arbeitsschutz erörtern soll. Nötig seien klare Grenzwerte, damit Stoppschilder aufgebaut werden könnten, sagte die CDU-Politikerin in der ARD. Nach Angaben ihres Ministeriums ist die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen.

Wie aus einer Antwort des Ressorts auf eine Anfrage der Linkspartei hervorgeht, gab es 2001 deutschlandweit 33,6 Millionen Fehltage wegen psychischer Störungen – 2010 waren es schon 53,5 Millionen. Ihr Anteil an allen Fehltagen stieg damit von 6,6 auf 13,1 Prozent. Besonders betroffen sind Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsbereich, ein besonderes Risiko tragen Leiharbeiter.

Zu den Ursachen für Psychostress am Arbeitsplatz zählen die Beschleunigung der Arbeitsprozesse, steigende Anforderungen, höhere Eigenverantwortung sowie berufliche Unsicherheit. Zudem listet das Ministerium höhere Mobilitätsanforderungen, immer instabilere soziale Beziehungen infolge häufiger Berufs- und Ortswechsel und wachsende Konkurrenz am Arbeitsplatz auf.

Besonders gefährdet sind Frauen: So liegen die durchschnittlichen Fehltage je 100 Versicherte bei Frauen mit 242,1 (2010) deutlich höher als bei Männern (2010: 137,8 Tage). Auch die Zahl der weiblichen Beschäftigten, die aufgrund psychischer Erkrankungen 2010 in eine Erwerbsminderungsrente gingen, ist mit 39 248 Fällen höher. Bei den Männern waren es im selben Jahr 31 698.

Besonders viele Fehltage verzeichnen laut Arbeitsministerium Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsbereich, im Gesundheitsdienst, in der Papierherstellung und im Druck. Viele Leiharbeiter arbeiteten zudem unter Bedingungen, «die die Gesundheit negativ beeinflussen können». Sie seien etwa schlechter qualifiziert, mit ihrem Job unzufriedener und hätten ein höheres Risiko, den Job zu verlieren.

Einen Bedarf für neue Gesetze gegen den Stress sieht die Bundesregierung nicht. Zunächst müsse «der Wissens- und Kenntnisstand» verbreitert werden, heißt es. Das solle in der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) mit Arbeitgebern und Gewerkschaften angegangen werden. Erst dann könne entschieden werden, ob konkrete Schutzmaßnahmen wie eine «Anti-Stress-Verordnung» vorgeschrieben werden müssten, wie sie etwa die IG Metall fordert.

Die Opposition fordert hingegen rasche Konsequenzen. Vertreter von Grünen und Linkspartei forderten eine Eindämmung von Leiharbeit und befristeten Verträgen. Der Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP) plädierte für ein besseres Gesundheitsmanagement in Unternehmen.

«Es wird viel über Burnout geredet, aber viel zu wenig über die Phase lange vor der Entstehung einer massiven psychischen Erkrankung», sagt Präsidentin Sabine Siegl. Zwar engagierten sich viele Betriebe, aber nicht immer richtig. «Es geht durchaus nicht nur um ergonomisches Sitzen und ausreichende Pausen, sondern auch um die Transparenz von Abläufen, Entscheidungsspielräume und Partizipationsmöglichkeiten sowie um passgenaue Personalauswahl.» Überforderung entstehe auch durch eine falsche Besetzung von Stellen.

Von der Leyen betonte in der ARD-«Tagesschau», den Arbeitgebern müssten Instrumente an die Hand gegeben werden, damit sie etwas ändern könnten. Die meisten seien bereit, etwas zu tun - «sie wissen nur nicht wie.»
 



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