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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
25. April 2012

Patientenschutzorganisation für Reform der Organspende-Organisation

Die Organisation, die in Deutschland für die Verteilung von Spenderorganen zuständig ist, muss aus Sicht von Patientenschützern dringend reformiert werden. «Das Verhalten innerhalb des Transplantationssystems ist eine Black Box. Die Politik muss endlich Konsequenzen aus dieser Intransparenz ziehen», forderte die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
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Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit Sitz in Frankfurt am Main agiert als bundesweite Koordinierungsstelle für (postmortale) Organspende.

Es sei unklar, wer über die Verteilung von Spenderorganen «und damit über Lebenschancen» entscheide. Dadurch könne der Eindruck entstehen, die im Gesetz festgelegten Verteilungskriterien würden «in der Praxis nicht immer so angewendet», sagte der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch.

«Weder die Patienten noch die Bevölkerung oder die Ärzte, nicht mal die Politik weiß, was dort geschieht», erläuterte Brysch. «Die Politik darf nicht Fragen, die verfassungsrechtlich nur Aufgabe des Bundes sein können, privaten Organisationen überlassen.» Diese Intransparenz sei mitverantwortlich, dass so viele Menschen einer Organspende skeptisch gegenüberstehen.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation sah sich zuletzt heftigen Angriffen ausgesetzt, angestoßen von einer anonymen Mail an das Bundesgesundheitsministerium. Die Rede war von finanziellen Unregelmäßigkeiten, nicht nachvollziehbaren Entscheidungen, Vetternwirtschaft und einem autoritären Führungsstil.

Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde mit einem Gutachten beauftragt, das Ende März hinter verschlossenen Türen im Gesundheitsausschuss des Bundestags besprochen wurde. Am Freitagabend trat der kaufmännische Vorstand der DSO, Thomas Beck, zurück. Er begründete dies mit «anhaltenden Attacken auf seine Person» trotz des aus seiner Sicht «entlastenden Gutachtens». Er wolle nicht, dass «durch die anhaltende Diskussion das Thema Organspende Schaden nimmt», sagte Beck.

Der Kern des Problems – die Intransparenz – sei mit dem Rücktritt Becks nicht gelöst, sagte Brysch. Der DSO-Kritiker ist der Ansicht, dass es «eine permanente staatliche Aufsicht auf die Organisation und ihre Verteilungskriterien geben muss». Dies könne bei der anstehenden Novelle des Transplantationsgesetzes mitgeregelt werden.
 



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