Montag, 19. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
28. Juni 2013

Zweitlinientherapie einer Patientin mit metastasiertem Mammakarzinom

Kasuistik I Mit nab-Paclitaxel und Trastuzumab nach Änderung des Her2-Status

Bei einer 57-jährigen Patientin wurde 01/2007 ein bifokales invasiv-duktales Mammakarzinom rechts diagnostiziert sowie eine ossäre Metastasierung in 10/2009 und eine Lebermetastase in 11/2010 (Kasuistik vorgestellt von PD Dr. M. Thill, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Brustzentrum, Agaplesion Markus Krankenhaus, Frankfurt am Main).

Anzeige:
Kyprolis

Diagnose
01/2007: Bifokales invasiv-duktales Mammakarzinom rechts. cT2m (22 mm und 12 mm), cN1, cM0, G2, ER+, PR-, HER2-


Therapie und Verlauf


1/2007: Neoadjuvante Chemotherapie mit 4x Epirubicin und Cyclophosphamid (EC) q3w gefolgt von 4x Docetaxel. Im sonographischen Monitoring nach 4x EC nur noch flauer Tumorrest und diffuse Architekturstörung (daher Clipeinlage). Nach 4x Docetaxel sonographisch kein Tumorrest (Mamma/Axilla) nachweisbar (cCR).

07/2007: Segmentresektion rechts bei 11:00-01:00 Uhr oben außen, Axilladissektion

Postoperatives Stadium: ypT0, ypN0(0/14), cM0, G2, ER+, PR-, HER2-
Adjuvante Radiatio der rechten Restbrust

9/2007: Beginn einer endokrinen Therapie mit Anastrozol upfront

10/2009: Vorstellung in der Nachsorge mit Schmerzen in der LWS, Nachweis einer ossären Metastasierung LWK 4/5 im CT, keine Frakturgefahr, übriges Staging unauffällig, CA 15-3 130 U/l.


Maßnahmen


10/2009: Radiatio der LWS

11/2009: Umstellen der endokrinen Therapie auf Exemestan; Zoledronsäure 4 mg q4w

03/2010: Staging mit stable disease, CA 15-3 57 U/l

07/2010:
Staging mit stable disease, CA 15-3 59 U/l

11/2010:
Staging mit stable disease, CA 15-3 92 U/l, Nachweis einer 2 cm großen Lebermetastase im CT-Abdomen, SD der ossären Metastasierung, keine Symptome.


Maßnahmen

11/2010: CT-gesteuerte Stanzbiopsie der Lebermetastase. Metastase passend zum invasiv-duktalen Mammakarzinom, jedoch jetzt HER2-positiv (G2, ER IRS 12, PR IRS 12, HER2+)

11/2010: Umstellung der Therapie auf Vinorelbin (30 mg/m2, d1+8, q21d) und Trastuzumab, Weiterführen der Bisphosphonat-Therapie mit Zoledronat q4w

08/2011: Progression der hepatischen Filiae mit multiplen Metastasen, die symptomatisch sind.


Maßnahmen

08/2011: Beginn einer palliativen Chemotherapie mit nab-Paclitaxel 150 mg d1, 8, 15, q28d und Trastuzumab 2 mg d1, 8, 15, 21, q28d als Treatment-beyond-progression, Umstellung auf Denosumab.

11/2011:
Auftreten von Neutropenien bis 1.100 Leukozyten; Umstellung auf nab-Paclitaxel 100 mg/m2 mit guter Verträglichkeit bis einschließlich 5/2012.

02/2012: Partielle Remission der hepatischen Metastasen, SD der ossären Metastasen

5/2012: Weitere Remission der hepatischen Metastasen, SD der ossären Metastasen

Seit 5/2012: Endokrine Therapie mit Fulvestrant, außerdem Trastuzumab und Denosumab

09/2012: Stable disease.


Bei dieser Patientin konnte durch die Biopsie der Lebermetastase eine Änderung des HER2-Status nachgewiesen werden (von HER2- auf HER2+). Durch Taxan-Reexposition mit nab-Paclitaxel in Kombination mit Trastuzumab (beyond progression) und die Umstellung auf den RANKL-Inhibitor Denosumab wurde eine partielle und sich im Verlauf kontinuierlich verbessernde Remission der hepatischen Metastasen sowie eine Stabilisierung der ossären Metastasen erreicht. Aufgrund von Neutropenie erfolgte eine Dosisreduktion auf 100 mg/m2 mit guter Verträglichkeit sowie weiterer Remission der hepatischen Metastasen und SD der ossären Metastasen.


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Das könnte Sie auch interessieren
Internetplattform „Stärker gegen Krebs“: ergänzende, stärkende Angebote für Krebspatienten in Corona-Zeiten
Internetplattform+%E2%80%9ESt%C3%A4rker+gegen+Krebs%E2%80%9C%3A+erg%C3%A4nzende%2C+st%C3%A4rkende+Angebote+f%C3%BCr+Krebspatienten+in+Corona-Zeiten
© Frantab - stock.adobe.com

Krebspatienten mit einem geschwächten Immunsystem haben laut DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) und Robert Koch-Institut ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung Covid-19. Umso sinnvoller sind begleitende Maßnahmen zur Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems, die gleichzeitig das physische und psychische Wohlbefinden und damit die Lebensqualität...

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
Brustkrebs%3A+Forscher+wollen+krankheitsausl%C3%B6sende+Gene+identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen...

Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Zweitlinientherapie einer Patientin mit metastasiertem Mammakarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.