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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
28. Juni 2013

Zusammenfassung der Workshops

"Im Vergleich zum letzten Jahr ist nab-Paclitaxel mehr ins Bewusstsein der Ärzte gerückt und befindet sich häufiger im klinischen Einsatz", so das Resümee von Prof. Michael Untch, Berlin, der die jeweiligen Leiter der 4 Arbeitsgruppen zum "Rapport" bat.

Die erste Arbeitsgruppe diskutierte 4 Kasuistiken, die das Spektrum aufzeigten, wie nab-Paclitaxel bei metastasiertem Mammakarzinom eingesetzt werden kann: als erneute Behandlung in der Zweitlinie bei der Taxan-vorbehandelten Patientin, als Erstlinientherapie (u. U. kombiniert mit einem Antikörper wie Trastuzumab oder Bevacizumab) oder auch in der zweiten Linie bei Taxan-naiven metastasierten Mammakarzinom-Patientinnen. Ein Hauptdiskussionspunkt war laut Dr. Ingo Bauerfeind, Landshut, die Dosierung: nab-Paclitaxel kann in einer Dosis von100 mg/m2, 125 mg/m2 und 150 mg/m2 wöchentlich - kontinuierlich oder im "Dreivierteltakt" (nach 3 Wochen 1 Woche Pause) eingesetzt werden. Die meisten Teilnehmer präferierten den Einsatz von 125 mg/m2 wöchentlich mit jeweils 1 Woche Pause nach 3 Wochen.

In der zweiten Arbeitsgruppe kristallisierte sich heraus, dass die Begleitmedikation und die analgetische Therapie häufig vernachlässigt werden. Als Vorteil von nab-Paclitaxel stellte PD Dr. Mathias Warm, Köln, dar, dass keine Prämedikation mit Dexamethason gegen Hypersensitivitätsreaktion notwendig ist. Ein weiterer Diskussionpunkt war die Möglichkeit einer Kombination von nab-Paclitaxel mit Trastuzumab. Hierzu gibt es einzelne Studien, die eine sichere Kombination beider Subs-tanzen belegen konnten, bemerkte Warm. Die Kasuistik einer jungen Patientin, deren Erkrankung sehr früh metastasierte, belegt das gute Ansprechen von viszeralen Metastasen auf eine Taxan-Reinduktion mit nab-Paclitaxel.

Hauptthema der dritten Arbeitsgruppe war die erneute Behandlung mit einem Taxan, für die sich die meisten Teilnehmer entschieden hatten. Prof. Sherko Kümmel, Essen, stellte den Fall einer Patientin mit triple-negativem Mammakarzinom aus seiner Arbeitsgruppe vor, die selbst nach einer Reinduktion (mit nab-Paclitaxel) noch ein Therapieansprechen zeigte. Selbst wenn eine Progression unter einer Taxan-Therapie in der adjuvanten Therapie auftritt, kann man mit dem Umstellen auf nab-Paclitaxel noch ein Ansprechen erzielen, vermittelte Kümmel. Einheitlich entschied sich diese Arbeitsgruppe für eine Anfangsdosis von 150 mg/m2 nab-Paclitaxel, da diese Substanz sehr schnell anflutet und gut steuerbar ist, so dass beim Auftreten von Nebenwirkungen sehr schnell reagiert und die Dosis auf 125 mg/m2 angepasst werden kann.

In der palliativen Therapie des Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinoms sollte die endokrine Therapie eingesetzt und die Chemotherapie bei Nichtansprechen eingesetzt werden. Darin bestand Konsens in der Arbeitsgruppe von PD Dr. Marc Thill aus Frankfurt. Bei Erstdiagnose von Lebermetastasen lassen sich durch eine stanzbioptische Sicherung eventuelle Änderungen im Rezeptorstatus nachweisen, was ggf. eine Therapieoptimierung ermöglicht. Thill wies darauf hin, zur Kontrolle lokaler Metastasen auch lokoregionäre Therapien in einem interdisziplinären Ansatz zu überdenken.


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