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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
13. März 2012

WT1-Expression sagt Rezidivrisiko voraus

ELN 2012
Die Risikostratifizierung bei der akuten myeloischen Leukämie (AML), die für die einzuschlagende therapeutische Strategie von Bedeutung ist, so Prof. David Grimwade, London, erfolgt bisher meist nach Merkmalen, die vor Therapiebeginn bestimmt werden. Wahrscheinlich lässt sich das Rezidivrisiko jedoch besser durch die nach Therapie verbleibende minimale Resterkrankung (MRD) vorhersagen. Hier bietet sich als Marker das Wilms-Tumor-Gen WT1 an, so Grimwade, weil es bei den meisten AML-Entitäten überexprimiert wird. Bisher gab es dafür keinen standardisierten Test; deshalb wurden in einer vom ELN organisierten Studie neun verschiedene „hausgemachte“, d.h. von unterschiedlichen Labors selbst entwickelte Tests miteinander verglichen, die sich der quantitativen Real-time-Polymerasekettenreaktion (RT-PCR) bedienen. Nach rigoroser Testung wurde der beste Assay ausgewählt, um damit Proben von 620 neu diagnostizierten AML-Patienten zu untersuchen.
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Bei 46% von ihnen war im peripheren Blut und bei 13% im Knochenmark WT1 so stark überexprimiert, dass sich nach einer intensiven Chemotherapie mit Anthrazyklinen und Cytarabin ein Reduktion um mindestens zwei log-Stufen nachweisen ließ. Die Reduktion der WT1-Transkripte korrelierte bei diesen Patienten invers mit dem Rezidivrisiko: Waren die WT1-Titer nach der Induktionstherapie um mindestens zwei log-Stufen erniedrigt, so waren nur gut halb so viele Rezidive zu beobachten wie bei höheren Titern (Hazard Ratio 0,54; p=0,004). Dieser Zusammenhang war unabhängig von Alter, Leukozytenzahlen und zytogenetischem Risiko. Auch die WT1-Expressionswerte, die bei 204 gesunden Probanden gemessen wurden, stellten einen aussagekräftigen Schwellenwert dar: Wurden diese Konzentrationen bei AML-Patienten nach der Konsolidierung erreicht, so hatten diese ebenfalls ein signifikant reduziertes Rezidivrisiko (p=0,004).

Mit einem standardisierten WT1-Test, so Grimwade, könnte man also zusätzliche Informationen zur Prognose von AML-Patienten und robustere Risikoscores gewinnen. Dadurch wären z.B. Patienten mit schlechter Prognose zu identifizieren, die frühzeitig einer allogenen Stammzelltransplantation zugeführt werden sollten.

Josef Gulden

9th Annual Symposium of the European LeukemiaNet, 31.01./01.02.2012, Mannheim

Quelle:


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