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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
07. Februar 2013

TK-Inhibitor wirksam bei AML

ASH 2012 - Leukämie

Die Therapie der akuten myeloischen Leukämie (AML) ist nach wie vor weitgehend unbefriedigend. Ein neuer, hochspezifischer Inhibitor der Tyrosinkinase des Flt3-Rezeptors hat in einer Phase-II-Studie bei stark vorbehandelten Patienten hohe Wirksamkeit gezeigt.

Interne Tandem-Duplikationen (ITD) in der Tyrosinkinase des Flt3-Rezeptors sind bei der AML mit frühen Rezidiven nach Standard-Chemotherapie und verkürzten Überlebenszeiten verbunden. Klinische Studien mit Flt3-Inhibitoren wie Lestaurtinib haben in den letzten Jahren keinen Erfolg gebracht. Mit Quizartinib ist nun ein Hemmstoff in der klinischen Prüfung, der im Gegensatz zu den bisher getesteten Substanzen ausgesprochen spezifisch für Flt3 ist und daher besser ausdosiert werden kann. Von 137 Patienten einer Phase-II-Studie, für die Mark Levis, Baltimore, eine erste Analyse vorstellte, wiesen 99 in ihren leukämischen Zellen Flt3-ITD auf, die übrigen 38 nicht. Alle Patienten waren entweder nach einer Zweitlinientherapie rezidiviert oder dagegen refraktär gewesen oder nach einer Stammzelltransplantation rezidiviert.

44% der Flt3-ITD-positiven Patienten gingen unter Quizartinib in eine komplette Remission, die bei 40% allerdings mit einer nicht kompletten hämatologischen Erholung verbunden war; weitere 22% der Patienten erzielten eine partielle Remission. Diese Remissionen dauerten median 11,3 Wochen an, und die mediane Gesamtüberlebenszeit lag bei 23,1 Wochen. Auch bei den gegen die letzte Therapie refraktären Patienten war die Rate an Komplettremissionen mit 47% nicht schlechter. Bei den Flt3-ITD-negativen Patienten lag sie mit 34% etwas niedriger, aber die mediane Überlebenszeit war hier mit 25,6 Wochen auch nicht kürzer.

In diesem stark vorbehandelten Patientenkollektiv ist außerdem die Tatsache von Bedeutung, dass bei etwa einem Drittel von ihnen die Behandlung mit Quizartinib eine Überbrückung bis zur Durchführung einer potenziell kurativen allogenen Stammzelltransplantation ermöglichte. Schwere Nebenwirkungen waren vor allem hämatologischer Natur bzw. QTc-Verlängerungen, die durch Dosismodifikationen abgemildert werden konnten.

Weitere Studien mit niedrigeren Dosierungen dieses bis jetzt bei weitem wirksamsten Flt3-Inhibitors als Monotherapie bzw. mit Kombinationstherapien sind geplant bzw. laufen gerade. Insbesondere, so Levis, wird es interessant sein, die Substanz in die Firstline-Therapie zu bringen.

jg

Literaturhinweis:
Cortes JE, et al. ASH 2012, Abstr. 48


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