Donnerstag, 26. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Vargatef
Vargatef
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Mai 2019
Seite 2/3

Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 


Therapie

Die Behandlung des Osteosarkoms basiert in erster Linie auf einer neoadjuvanten und adjuvanten Chemotherapie und einer chirurgischen Resektion. Da Osteosarkome relativ strahlenresistent sind, wird eine Radiotherapie in erster Linie nicht empfohlen (5).


Therapie bei Patienten ≤ 40 Jahre

Der aktuelle Therapiealgorithmus bei Osteosarkom-Patienten ≤ 40 Jahre ist in Abbildung 1 dargestellt (8).

Basierend auf dem histologischen Ansprechen untersuchte die internationale, randomisierte Studie EURAMOS-1 die Auswirkungen verschiedener postoperativer Erhaltungstherapien auf das Überleben von Patienten mit einem resektablen Osteosarkom im Alter von ≤ 40 Jahren (2). Die Studienteilnehmer wurden nach der Operation randomisiert, und Patienten mit schlechtem histopathologischen Ansprechen (≥ 10% lebensfähiger Tumor) auf eine 10-wöchige Induktionstherapie erhielten eine postoperative Chemotherapie bestehend aus hochdosiertem Methotrexat, Doxorubicin und Cisplatin (MAP), zusätzlich erhielten sie Ifosfamid und Etoposid (MAPIE). Diejenigen Patienten mit gutem histopathologischen Ansprechen (< 10% lebensfähiger Tumor) auf eine 10-wöchige Induktionstherapie erhielten MAP gefolgt von pegyliertem Interferon (peg-IFN-α-2b) als Erhaltungstherapie (2, 9).

Die Ergebnisse der EURAMOS-1-Studie zeigten, dass sich eine Therapie mit MAPIE nicht als effektiver erwies als MAP, sodass MAP der Therapiestandard bleibt (9-11). Die Addition von pegyliertem Interferon führte ebenfalls zu keiner Verbesserung des primären Endpunkts, dem ereignisfreien Überleben (HR=0,83; 95%-KI: 0,61-1,12; p=0,214). Insofern bleibt für Patienten mit einem guten Ansprechen auf die neoadjuvante Therapie das MAP-Schema die Standardtherapie (11).

 
Abb. 1: Therapiealgorithmus Osteosarkom: EURAMOS-Protokoll für Patienten ≤ 40 Jahre (mod. nach (8)). Die roten Zahlen führen online zu den entsprechenden Legenden. Zum näheren Verständnis sind hier exemplarisch die Legenden 1 und 5 erklärt: *Die Patientenrekrutierung in die EURAMOS-1-Studie wurde zum 30.06.2011 beendet. Alle neuen Patienten sollten als Registerpatienten an die Studienzentrale gemeldet werden. **Mifamurtid ist aufgrund der Ergebnisse der Phase-III-Studie MEPACT von der EMA zur Behandlung nicht metastasierter, resektabler hochmaligner Osteosarkome bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (< 30 Jahre) im Anschluss an eine vollständige Tumorresektion zugelassen. Es besteht allerdings kein Konsensus über den Einsatz dieser Substanz.
Lupe
Abb. 1: Therapiealgorithmus Osteosarkom: EURAMOS-Protokoll für Patienten ≤ 40 Jahre (mod. nach (8)). Die roten Zahlen führen online zu den entsprechenden Legenden. Zum näheren Verständnis sind hier exemplarisch die Legenden 1 und 5 erklärt: *Die Patientenrekrutierung in die EURAMOS-1-Studie wurde zum 30.06.2011 beendet. Alle neuen Patienten sollten als Registerpatienten an die Studienzentrale gemeldet werden. **Mifamurtid ist aufgrund der Ergebnisse der Phase-III-Studie MEPACT von der EMA zur Behandlung nicht metastasierter, resektabler hochmaligner Osteosarkome bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (< 30 Jahre) im Anschluss an eine vollständige Tumorresektion zugelassen. Es besteht allerdings kein Konsensus über den Einsatz dieser Substanz.


Therapie bei Patienten > 40 Jahre

Die prospektive internationale EURO-B.O.S.S.-Studie (EUROpean Bone-Over-40-Sarkomstudie) mit Osteosarkom-Patienten im Alter von 41-65 Jahren zielte darauf ab, ein intensiviertes Chemotherapieprotokoll zu etablieren, das aus Protokollen für jüngere Patienten abgeleitet wurde (3). Die Therapie basierte zunächst auf einem 3-fach-Schema (Doxorubicin, Ifosfamid und Cisplatin), welches bei Patienten mit schlechtem Ansprechen auf die prä-operative Therapie dann um Methotrexat erweitert wird. Bei einem medianen Follow-up von 47 Monaten betrug die 5-Jahres-Wahrscheinlichkeit für die Rate des Gesamtüberlebens (OS) bei Patienten mit lokalisierten Erkrankungen 66% und bei synchronen Metastasen 22%. Die 5-Jahres-OS-Rate bei Patienten mit lokaler Erkrankung lag bei 29% bei Beckentumoren und 70% bzw. 73% bei Tumoren der Extremitäten oder mit kraniofazialer Lokalisation (3).
 

Anzeige:
Polivy

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Therapiealgorithmen: Systemische Therapie von Osteosarkomen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab