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Imfinzi NSCLC
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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
09. Juli 2006

Therapie thorakaler Tumoren: Es zeichnen sich deutliche Fortschritte ab

Die Behandlung thorakaler Tumoren kommt weiter voran. So ist mittlerweile beim Pleuramesotheliom dank der Kombination aus Pemetrexed und Cisplatin ein Durchbruch gelungen. Auch in der Therapie des NSCLC wurden Fortschritte erzielt. Kombinationsregime, die moderne Substanzen wie Gemcitabin enthalten, verlängern in der First-Line-Therapie die Überlebenszeit, lindern tumorassoziierte Beschwerden und steigern die Lebensqualität.
In Westeuropa werden jährlich an die 5000 neue Pleuramesotheliome diagnostiziert. Die Inzidenz nimmt stetig zu, Männer sind häufiger betroffen als Frauen, und die Überlebenszeit rangiert zwischen 6 und 15 Monaten, berichtete Professor Axel-Rainer Hanauske, Hamburg. Eine der wirksamsten Substanzen in der Therapie dieses Karzinoms ist der Multi-Target-Enzym-Inhibitor Pemetrexed (Alimta®), versicherte Dr. Ulrich Gatzemeier, Großhansdorf.

In einer Phase-III-Studie erhielten 226 Patienten Cisplatin plus Pemetrexed und 222 eine Cisplatin-Monotherapie. Unter der Kombination erreichten 41% der Patienten eine partielle Remission, unter der Monotherapie nur 17%. Diese Differenz ist statistisch hochsignifikant (p< 0,0001). Da für die Wirkung von Pemetrexed auf den Folsäure-Metabolismus Vitamin B12 als Coenzym einwirkt, lässt sich durch Supplementierung von Vitamin B12 die Remissionsrate von 41 auf 46% erhöhen. Am günstigsten wird durch die Cisplatin/Pemetrexed-Kombination die progressionsfreie Zeit beeinflusst. Zudem bewirkt die Kombination eine deutliche Zunahme der Vitalkapazität. Wie Hanauske betonte, hat die Kombination mit dem Multi-Target-Enzym-Inhibitor das Pleuramesotheliom behandelbar gemacht und ist als echter Durchbruch zu werten.

In der First-Line-Therapie des NSCLC hat sich Gemcitabin (Gemzar®) in Kombination mit Platin als Standard etabliert. Wie über 37 Phase-III-Studien und eine Metaanalyse belegen, ist eine solche Kombination beim fortgeschrittenen NSCLC effektiv. In der Metaanalyse, für die 13 Studien mit insgesamt 4556 Patienten berücksichtigt wurden, ergaben sich für die Platin/Gemcitabin-Kombination gegenüber anderen Kombinationen ohne Gemcitabin statistisch signifikante Vorteile beim Gesamtüberleben und der progressionsfreien Zeit, sagte Dr. Wolfgang Schütte, Halle/Saale.

Das mediane Überleben betrug 9,0 Monate unter Platin/Gemcitabin und 8,2 Monate in der gepoolten Vergleichsgruppe. Ferner zeigte die Metaanalyse eine mediane Zeit bis zur Tumorprogression von 5,1 Monaten in den Gemcitabin-haltigen Regimen und von 4,4 Monaten bei den Regimen ohne Gemcitabin. In aller Regel werden bei der Erstlinientherapie des NSCLC Zweierkombinationen über 4 Zyklen eingesetzt. Von Dreifachkombinationen ist abzuraten, da sie zu toxisch sind. Werden platinfreie Regime verwendet, halten sich Nausea sowie Emesis und hämatologische Nebeneffekte in engeren Grenzen.

Deutlich günstigeres Toxizitätsprofil
Einem nicht unerheblichen Teil der NSCLC-Patienten geht es nach der First-Line-Therapie so gut, dass eine Second-Line-Therapie erwogen werden sollte. Damit ist eine Einjahres-Überlebensquote zwischen 10 und 25% zu erzielen, meinte Dr. Wilfried Eberhardt, Essen. Bis vor kurzem war dafür ausschließlich Docetaxel zugelassen. Jetzt ist mit Pemetrexed eine neue Option verfügbar. Ob sich beide Substanzen in Wirksamkeit und Verträglichkeit unterscheiden, wurde anhand einer randomisierten Phase-III-Studie überprüft, in der 283 Patienten Pemetrexed (plus Folsäure und Vitamin B12) und 288 Docetaxel bekamen.

Beide Schemata schnitten beim Ansprechen und Gesamtüberleben gleich gut ab. Die Studie sollte beweisen, dass Pemetrexed dem Docetaxel nicht unterlegen ist. Bei jeweils knapp der Hälfte der Patienten konnte das Tumorleiden stabilisiert werden, und jeweils knapp 30% überlebten das erste Jahr nach Therapiebeginn. Was die Verträglichkeit anbelangt, konnte allerdings Pemetrexed deutliche Vorteile für sich verbuchen. Das betraf hämatologische wie nicht-hämatologische Nebenwirkungen. So kam es im Pemetrexed-Arm nur bei 5,3% zu schweren Neutropenien gegenüber 40,2% im Docetaxel-Arm.

Wie Professor Nick Thatcher, Manchester, ergänzte, sprechen Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC besser auf die Second-Line-Therapie an, wenn in der First-Line-Therapie Gemcitabin gegeben wurde. Thatcher erinnerte zudem an das oberste Gebot der Onkologie, laut dem „der Tumor immer schneller schrumpfen muss als der Patient“.


Lilly-Onkologie-Symposium „Therapie thorakaler Tumoren“ anlässlich des 27. Deutschen Krebskongresses, Berlin, 25. März 2006. Mit freundlicher Unterstützung der Lilly Deutschland GmbH PM041022

kbf

Quelle:


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