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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
28. Mai 2013

Schilddrüsenkarzinom - Leitlinienaktualisierung zum rhTSH-Einsatz

Aktuelle Studien (1-3) zeigen in der Behandlung differenzierter Schilddrüsenkarzinome nach kompletter Thyreoidektomie die Gleichwertigkeit der Effektivität einer Radioablation bei TSH-Stimulation durch Hormonsuppressionstherapie und der Gabe von rhTSH. Dies wurde in die Empfehlungen der aktualisierten S2k-Leitlinien zur Behandlung des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms aufgenommen.

Drei Studien gingen den Fragen nach, ob die Ablationserfolgsraten für eine niedrige (1,1 GBq) und eine hohe (3,7 GBq) Radioaktivität bzw. zwischen euthyreoten Patienten, die rhTSH erhalten, und hypothyreoten Patienten, die einen Schilddrüsenhormonentzug durchmachen, vergleichbar sind. In der französischen ESTIMABL-Studie (1) zeigte sich bei 684 Patienten mit differenziertem papillären oder follikulären Schilddrüsenkarzinom in einer 6-10 monatigen Verlaufsuntersuchung, dass die Gabe von rhTSH und niedrig dosierte postoperative Radioiodablation für die Behandlung von Niedrig-Risiko-Schilddrüsenkarzinomen ausreichend sein kann.

Die HiLo-Studie (2) untersuchte 421 Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom (T1-3) in Großbritannien. Auch in dieser Nicht-Unterlegenheitsstudie war der Ablationserfolg der Behandlung mit beiden Radioiodaktivitäten in Kombination von entweder rhTSH oder THW vergleichbar. Es wurde bestätigt, dass Patienten, die niedrig dosiertes Radioiod zusammen mit rhTSH erhielten, weniger Nebenwirkungen hatten, über eine signifikant bessere Lebensqualität berichteten und weniger Zeit im Krankenhaus verbrachten als diejenigen, die eine hohe Radioiodaktivität zusammen mit entweder rhTSH oder THW erhielten.

Amerikanische Studienergebnisse (3) bestätigten die gleichwertige Effektivität von rhTSH auch bei 596 Hoch-Risiko-Patienten. Die neuen Studiendaten zeigten eine leichte Überlegenheit von rhTSH gegenüber THW nach 2 Jahren und eine vergleichbare Effektivität über 9 Jahre.

In der aktuellen S2k-Leitlinie der Fachgesellschaften (AWMF-Register Nr. 088/002) wird eine totale Thyreoidektomie mit anschließender Radioiodtherapie bei pathologisch nachgewiesener Angioinvasion unabhängig von der Anzahl der Gefäßeinbrüche empfohlen. Die S1-Verfahrensanweisung zur 131I-Therapie (AWMF-Register Nr. 031-013) weist darauf hin, dass in der Patientenvorbereitung zur ablativen RITh 2-3 Wochen nach Thyreoidektomie ohne T4-Medikation mit rhTSH (T1-4, N0-1, M0) gleich hohe Erfolgsraten der Ablation erreicht werden, wobei die exogene Stimulation bei komorbiden Patienten Therapiestandard ist.

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Lunchsymposium "Schilddrüsenkarzinom - Kompetenz der Nuklearmediziner im interdisziplinären Behandlungskonzept", DGN-Jahrestagung, 19.04.2013, Bremen; Veranstalter: Genzyme


Literaturhinweise:

(1) Schlumberger M, et al. NEJM 2012;366:1663.
(2) Mallick U, et al. NEJM 2012;366:1674.
(3) Hugo J, et al. THYROID 2012;22:1007.


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