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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
07. Februar 2013

Rolle der Sentinel-node-Biopsie nach neoadjuvanter Therapie

SABCS 2012 - Diagnostik

Auf dem diesjährigen SABCS wurden 2 Studien präsentiert, die die Rolle der Sentinel-node-Biopsie (SLNB) nach bzw. vor und nach neoadjuvanter Therapie untersuchten.

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In der amerikanischen Studie ACOSOG Z1071 konnte in 40% der Fälle durch neoadjuvante Therapie ein Downstaging von N1 auf N0 erzielt werden. Eingeschlossen waren 637 Frauen, bei denen nach Chemotherapie eine SLNB und Axilladissektion durchgeführt wurde. Eine SLNB nach neoadjuvanter Chemotherapie identifizierte den Nodalstatus in 91% korrekt. Die falsch negative Rate lag bei ca. 12,6% bei den Frauen mit cN1-Status, bei denen mind. 2 Wächterlymphknoten untersucht wurden. Die Rate nahm ab, wenn Farbmarkierung und radioaktive Markierung verwendet wurden (10,8%) oder ≥ 3 SLN untersucht wurden (9,1%). Bei nur 1 SLN lag die falsch negative Rate bei 31,5%.

In der deutschen Studie SENTINA (SENTInel NeoAdjuvant) hatten Patientinnen mit cN0-Status eine SLNB vor neoadjuvanter Therapie und wurden dann 2 Therapiearmen zugeteilt: Bei histologisch negativem SLN wurde keine Axilladissektion (Arm A), bei histologisch positivem SLN wurden nach neoadjuvanter Therapie eine zweite SLNB und eine Axilladissektion durchgeführt (Arm B).

Patientinnen mit einem cN1-Status hatten keine Axilladissektion vor neoadjuvanter Therapie und wurden ebenfalls in 2 Therapiearme stratifiziert: Falls ein Downstaging auf cN0 erzielt wurde durch neoadjuvante Therapie, wurden SLNB und Axilladissektion durchgeführt (Arm C). Bei Patientinnen ohne Downstaging (cN1), wurde nach neoadjuvanter Therapie eine klassische Axilladissektion durchgeführt (Arm D). 1.737 Patientinnen wurden in diese Studie eingeschlossen (Arm A: n=662; Arm B: n=360; Arm C: n=592; Arm D: n=123). Vor neoadjuvanter Chemotherapie konnte der SLN bei 99,1% korrekt identifiziert werden (Arm A und B), in 80,1% nach neoadjuvanter Therapie (Arm C) sowie bei 219 von 360 Frauen (60,8%) in Arm B. 226 von 474 Frauen (47,7%) in Arm C hatten einen positiven und 248 (52,3%) einen negativen Lymphknotenstatus. Bei 32 Patientinnen war der Sentinel falsch negativ. Von 219 Patientinnen in Arm B mit einem positiven SLN nach neoadjuvanter Therapie hatten 64 (29,2%) positive und 155 (70,8%) negative axilläre Lymphknoten. Bei 33 Patientinnen war der SLN falsch negativ (51,6%).

Die Autoren schlussfolgerten, dass bei Patientinnen mit cN1, die durch eine neoadjuvante Therapie cN0 werden, die Detektionsrate der SLNB signifikant niedriger ist als bei Patientinnen mit SLNB vor einer Therapie. Eine vorherige systemische und/oder operative Behandlung mindert signifikant den Erfolg einer SLNB.

Literaturhinweise:
(1) Boughey JC, et al. SABCS 2012, Abstr. S2-1
(2) Kuehn T, et al. SABCS 2012, Abstr. S2-2


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