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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
07. November 2004

Prostatakarzinom: Hochrisikopatienten profitieren am meisten von der adjuvanten Hormontherapie

Ein frühes Prostatakarzinom lässt sich meist erfolgreich mit Prostatektomie oder Strahlentherapie behandeln, das Rezidivrisiko ist jedoch hoch. Um das Risiko von Lokalrezidiven bzw. einer Fernmetastasierung zu vermindern, bietet sich die adjuvante Hormontherapie an.
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Eine signifikante Senkung des objektiven Progressionsrisikos um 27% unter dem nichtsteroidalen Antiandrogen Bicalutamid (Casodex®) gegenüber Plazebo wurde im Early-Prostatate-Cancer-(EPC-)Studienprogramm – dem weltweit größten Studienprogramm zum Thema Prostatakarzinom – nachgewiesen. Dieses Ergebnis stellte Prof. Manfred Wirth, Dresden, auf einem Satellitensymposium im Rahmen des 56. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie vor. Die Patienten (n = 8113) erhielten nach abgeschlossener Primärtherapie (Operation bzw. Bestrahlung) oder als Sofortmaßnahme randomisiert entweder Bicalutamid (150 mg/Tag) oder Plazebo. Die Beobachtungsdauer betrug 5,4 Jahre. Dabei zeigte sich, dass vor allem Patienten mit einem hohen Progressionsrisiko (Gleason-Score > 7, Kapselperforation, Samenblasenbefall, PSA-Ausgangswert > 20 ng/ml) von der adjuvanten Therapie mit Bicalutamid profitierten. So wurde das Progressionsrisiko bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Karzinom nach Bestrahlung bzw. Beobachtung bis zum Progress um 42 bzw. 47 % reduziert. Eine Aussage zum Gesamtüberleben ist derzeit nicht möglich, da die Überlebensdaten aus dem Studienprogramm noch nicht spruchreif sind.
Eine Therapieoption beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom stellt die maximale Androgenblockade dar, so Prof. Kurt Miller, Berlin. Sie kann entweder durch operative Kastration oder durch einen LHRH-Agonisten in Kombination mit Antiandrogenen erreicht werden. In Studien ist die Wirksamkeit der Kombination mit Flutamid im Vergleich zur alleinigen Kastration gut belegt, zu Bicalutamid liegen hier keine Daten vor. Miller hob jedoch hervor, dass Bicalutamid gegenüber Flutamid in der Monotherapie deutliche Vorteile bietet: die Affinität zum Androgenrezeptor ist viermal höher und die tumorhemmende Wirkung ist bereits in niedriger Dosierung stärker ausgeprägt. Außerdem berichten signifikant weniger Patienten über gastrointestinale Nebenwirkungen.

Ingrid Ahnert

Quelle: AstraZeneca Satellitensymposium beim 56. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie, Wiesbaden, 24. September 2004


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