Donnerstag, 22. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
25. Januar 2021
Seite 4/4

Anzeige:
Bevacizumab

 
Haben sich die Therapie und Kommunikation durch die Corona-Pandemie geändert?
 
Das war anfangs sicher eine Umstellung, aber wir haben passende Räumlichkeiten und nutzen verstärkt die Telekommunikation. Wir bieten beispielsweise Video- und Telefonsprechstunden an, sodass es durchaus möglich ist, z.B. Angehörige trotzdem miteinzubeziehen – das sollte auch niemandem vorenthalten werden.
 
Notwendige Krebsbehandlungen sind generell bei uns nicht verschoben worden, und wir können auf jeden Fall garantieren, dass die Patienten behandelt werden können. Allerdings wurde das Mammographie-Screening für einige Monate ausgesetzt, was zu Verzögerungen geführt hat. Und es gibt Menschen, die jetzt Angst haben, zum Arzt zu gehen, wodurch Diagnosen ebenfalls verschleppt werden. Man sollte daher an alle appellieren, keine Angst zu haben, denn das Risiko, sich in einer Arztpraxis oder Klinik anzustecken, ist durch das Tragen von Masken und der Vielzahl der Testungen nicht sehr hoch. Es gibt daher keinen Grund, Diagnostik und Therapie zu verzögern.
 
Empfehlen Sie den Patientinnen zusätzlich zur Therapie psychoonkologische Unterstützung?
 
In Deutschland gibt es in diesem Bereich eine sehr gute Entwicklung. Wir haben ein großes Netz mit über 250 zertifizierten Brustzentren, und eine der Anforderungen für eine Zertifizierung ist das Angebot der psychoonkologischen Betreuung. Diese ist für die Patientinnen ein Standard, und ebenso, wenn auch noch nicht ganz so flächendeckend, für Angehörige und Kinder. Die meisten Frauen entscheiden dabei für sich selbst sehr gut, ob sie dieses Angebot in Anspruch nehmen möchten oder nicht. Es ist für die Betroffenen auf jeden Fall sehr hilfreich zu wissen, dass es Ansprechpartner außerhalb der Familie gibt.
 
Inwiefern – und wann – werden weitere Behandlungsarten die Onkologie/die Gynäkoonkologie bereichern, z.B. therapeutische Impfungen?
 
In der Gynäkologie gibt es bereits eine therapeutische Impfung gegen Humane Papillomaviren zur Prävention des Gebärmutterhals- und Zervixkarzinoms, wobei die Akzeptanz hierfür noch verbesserungswürdig ist. Bei Brustkrebs spielt das Immunsystem für die Bekämpfung des Tumors wahrscheinlich eine geringere Rolle als bei anderen Tumorerkrankungen, wie z.B. beim Melanom. Beim fortgeschrittenen Brustkrebs durch eine Impfung allein einen Fortschritt zu erreichen, ist vermutlich nicht so realistisch. Aber möglicherweise könnte eine Impfstrategie zusätzlich zur Immuntherapie oder beim frühen Brustkrebs angewendet werden. In diesem Bereich laufen einige frühe Studien, es ist aber bisher in keiner Behandlungssituation ein Standard.
 

Vielen Dank für das Gespräch!

ah
 
Nächste Seite

Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Interview: Personalisierte Therapie beim fortgeschrittenen Mammakarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.