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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
03. August 2017

Etwa jeder fünfte Patient mit HCC spricht auf Immuntherapie mit Nivolumab an

EASL 2017
Die Immuntherapie hält Einzug in die Therapie von hepatozellulären Karzinomen (HCC): Beim Internationalen Leberkongress in Amsterdam, Niederlande, präsentierte Prof. Dr. Jörg Trojan, Frankfurt, erste Ergebnisse der Studie CheckMate-040 (1): Etwa jeder 5. Patient mit fortgeschrittenem HCC, der mit Sorafenib vorbehandelt war, sprach auf den PD-1-Inhibitor an. Wenn Patienten ansprachen, war dieses Ansprechen nachhaltig, beschrieb Trojan.
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Laut WHO ist das HCC die zweithäufigste Todesursache bei Tumorerkrankungen. Wie Prof. Dr. Bruno Sangro, Navarra, Spanien, erläuterte, steht momentan für Patienten mit inoperablem, fortgeschrittenen HCC nur der Multi-Kinase-Inhibitor Sorafenib zur Verfügung: „Es besteht ein hoher Bedarf an neuen wirksamen Substanzen“, betonte er.

Bei Patienten mit HCC wird inzwischen der Einsatz verschiedener Checkpoint-Inhibitoren untersucht: Trojan beschrieb in einer Plenarsitzung des EASL erste Ergebnisse der Studie CheckMate-040, in der insgesamt 262 Patienten mit fortgeschrittenem HCC mit Nivolumab behandelt wurden (1). Das objektive Ansprechen (ORR) in dieser Phase-I/II-Studie betrug 15% bei Patienten in der Dosiseskalationsgruppe (1-10 mg/kg) und 20% in der Dosis-Expansionsgruppe (3 mg/kg) (2).

Trojan zeigte erste Überlebensraten einer Subgruppe von 145 HCC-Patienten, die mit Sorafenib vorbehandelt waren: Das mediane Überleben betrug 16,7 Monate (1). Er betonte, dass dies die erste Studie mit Nivolumab in einer Hepatitis-B(HBV)-positiven Population unter antiviraler Therapie war: Ein Ansprechen auf die Immuntherapie wurde sowohl bei nicht infizierten Patienten als auch bei einer Infektion mit Hepatitis C (HCV) (etwa 20% der Patienten) oder HBV (etwa 30%) beobachtet. Patienten mit aktiver HBV-HCV-Koinfektion waren per Studienprotokoll ausgeschlossen. Die Ansprechraten auf den PD-1-Inhibitor Nivolumab waren unabhängig von der PD-L1-Expressionsrate auf Tumorzellen (1). Das Nebenwirkungsprofil zeigte das bekannte Spektrum und war laut Studienautoren beherrschbar (2). Mehr als die Hälfte der Response-Patienten (12/21) sprachen innerhalb der ersten 3 Monate an. Damit zeigt Nivolumab ein Potential zur Stabilisierung von HCC-Patienten, die unter Sorafinib einen Progress erleiden – auch bei Patienten mit chronischer Virushepatitis.

Martina Freyer

Quelle: Symposium „Immuno-Oncology: Emerging Data and Advancing Clinical Research in Hepatocellular Carcinoma“, 19.04.2017, EASL Kongress Amsterdam, Niederlande; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Sangro B et al. J Hepatol 2017;66 (Suppl 1):Abs. GS-010.
(2) El-Khoueiry AB et al. Lancet 2017; doi: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(17)31046-2.


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