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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. April 2020 PARP-Inhibition mittlerweile essenzieller Therapiebestandteil in der Gynäkoonkologie

Die Erhaltungstherapie mit einem PARP-Inhibitor ist heute beim rezidivierten Ovarialkarzinom Standard – unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus. Beim metastasierten Mammakarzinom hingegen ist die Testung auf eine BRCA-Keimbahnmutation derzeit Voraussetzung für die Therapie mit einem PARP-Inhibitor. Aktuelle Entwicklungen zur PARP-Inhibition in der gynäkologischen Onkologie waren Thema eines Satelliten-Symposiums beim DKK 2020.
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Poly-ADP-Ribose-Polymerase (PARP)-Inhibitoren wie Olaparib (Lynparza®) verhindern, dass Einzelstrangbrüche der DNA repariert werden. Bei Tumorzellen mit einer Defizienz der homologen Rekombination (HRD), wie sie u.a. bei einer BRCA-Mutation vorliegt, entstehen dann Doppelstrangbrüche, was zum Zelltod führt. Dieses Prinzip macht man sich bei der Erhaltungstherapie mit PARP-Inhibitoren zu Nutze. Die Ergebnisse der Studien zur Erhaltungstherapie beim rezidivierten Ovarialkarzinom nach Ansprechen auf Platin hatten zu einer bis dato nicht gesehenen Reduktion des Progressionsrisikos geführt, berichtete Prof. Dr. Barbara Schmalfeldt, Hamburg. „Heute wissen wir: Die Frauen profitieren langfristig von der PARP-Inhibitor-Erhaltungstherapie. Das nächste Rezidiv kommt im späteren Verlauf dadurch nicht schneller“, erklärte Schmalfeldt. Wichtig sei v.a. in den ersten Therapiemonaten ein regelmäßiges Monitoring der Patientinnen und ein sorgfältiges Therapiemanagement. Alle 3 verfügbaren PARP-Inhibitoren, Olaparib, Niraparib und Rucaparib, sind derzeit für die Erhaltungstherapie beim rezidivierten Ovarialkarzinom nach Ansprechen auf die Platin-basierte Chemotherapie unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus zugelassen und von der S3-Leitlinie Ovarialkarzinom empfohlen. Als Erhaltungstherapie in der Erstlinie ist derzeit nur Olaparib zugelassen, auf Basis der Daten der SOLO-1-Studie nur bei Patientinnen mit BRCA-Mutation (1). „Eine 70%ige Reduktion des Rezidivrisikos ist sensationell“, kommentierte Schmalfeldt.

Beim fortgeschrittenen Mammakarzinom können PARP-Inhibitoren sowohl bei triple-negativen als auch bei HER2-negativen Luminal A/B-Tumoren zum Einsatz kommen, wenn eine BRCA-Keimbahnmutation (gBRCA-mut) vorliegt, erklärte Prof. Dr. Bahriye Aktas, Leipzig. In der OlympiAD-Studie bei gBRCA-mut Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom verlängerte Olaparib das mediane progressionsfreie Überleben statistisch signifikant (2). In der Langzeit-Analyse der Studie wurden keine kumulativen Toxizitäten beobachtet (3). Die Patientinnen unter Olaparib erhielten ihre Therapie mehr als doppelt so lange wie die Frauen unter Chemotherapie, so Aktas. Die Testung auf eine BRCA-Keimbahnmutation sollte bei Frauen mit fortgeschrittenem HER2-negativen Mammakarzinom so früh wie möglich erfolgen.

Mascha Pömmerl

Quelle: Satelliten-Symposium „PARP-Inhibition 2020 GynOnkologie“, DKK, 21.02.2020, Berlin; Veranstalter: AstraZeneca

Literatur:

(1) Moore K et al. N Engl J Med 2018; 379:2495-2505.
(2) Robson M et al. N Engl J Med 2017;377:523-33.
(3) Robson M et al. Ann Oncol 2019;30:558-566.


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