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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. Mai 2020
Seite 1/6
Operative Therapie beim Ovarialkarzinom

Z. Halwani, Vivantes Humboldt-Klinikum Berlin.

Die Therapie des Ovarialkarzinoms gilt als eine besondere Herausforderung. Das Ovarialkarzinom macht 3,2% aller bösartigen Neubildungen bei Frauen aus und ist bei ihnen für 5,3% aller Krebstodesfälle verantwortlich. Das Lebenszeitrisiko von Frauen, an Eierstockkrebs zu erkranken, liegt bei etwa 2,7%. Weltweit ist eine steigende Inzidenz der Erkrankung festzustellen. 5-10% aller Fälle treten vor dem 45. Lebensjahr auf und ca. 75% werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Der Anteil epithelialer Tumoren beträgt 90-95%; der Rest teilt sich in Keimzell- und Keimstrangstromatumoren auf. Das Ovarialkarzinom war 2018 verantwortlich für 4,4% aller onkologischen Todesursachen bei Frauen (1). Zwei Drittel der Todesfälle sind zurückzuführen auf das high-grade seröse Ovarialkarzinom. Das FIGO-Stadium und mögliche Komorbiditäten sind die wichtigsten Prädiktoren für die Mortalität.
Eine genetische Testung sollte angeboten werden, wenn die Patientin zu einer Risikopopulation gehört, jedoch sollte kein Screening (weder allgemein, noch in Risikogruppen) durchgeführt werden. Trotz des erschwerten Population-Screenings zeigte sich, dass die prophylaktische bilaterale Salpingo-Oophorektomie die effektivste Präventionsmethode ist (2). Frauen mit nachgewiesener BRCA1/2-Mutation sollten dementsprechend beraten werden. Kontrazeptiva sollen nach 5-jähriger Einnahme das Risiko, ein Ovarialkarzinom zu entwickeln, um 50% senken (1, 2).

Diagnostik

 
Bei der milden und manchmal unspezifischen Symptomatik des Ovarialkarzinoms ist die Früherkennung dieser Erkrankung deutlich schwieriger, deshalb wird das Ovarialkarzinom auch „silent killer“ genannt.
 
Bei Wiederholung oder Persistenz folgender Symptome sollten weitergehende Untersuchungen – insbesondere bei Frauen > 50 Jahre – erfolgen: Völlegefühl, Blähungen, unklare abdominelle Schmerzen, Zunahme der Miktionsfrequenz.
 
Es wurden verschiedene assoziierte Faktoren bei der Entstehung des Ovarialkarzinoms untersucht, der genetische Faktor ist am klarsten und wird am häufigsten untersucht  (Tab. 1) (1, 2).
Die Labor-Blutuntersuchung auf den Tumormarker CA-125 gilt als unspezifisch, kann jedoch bei postmenopausalen Frauen in Kombination mit einem Beckentumor auf eine Malignität hinweisen (2).
 
Als weitere diagnostische Maßnahme bleibt die gynäkologische Tastuntersuchung sowie die Transvaginalsonographie der Goldstandard.
 
Bei fortgeschrittenen Fällen können zusätzlich eine Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Positronenemissionstomographie (PET) oder PET/CT für das Staging eingesetzt werden (2).
 
Das relative 5-Jahres-Überleben für alle Stadien liegt in Deutschland derzeit bei ca. 41%. Etablierte Prognosefaktoren des Ovarialkarzinoms schließen in erster Linie das Tumorstadium und -grading, den histologischen Typ, den Allgemeinzustand und das Alter der Patientin, eine leitliniengerechte Therapie sowie den postoperativen Tumorrest ein (2).
 
Tab. 1: Mit Ovarialkarzinom assoziierte Faktoren (17).
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Tab. 1: Mit Ovarialkarzinom assoziierte Faktoren
 
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