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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
13. September 2016

NSCLC: Wirksamkeitsvorteil bei vergleichbarer Lebensqualität – Afatinib vs. Gefitinib

Neue Daten zur Erstlinientherapie des EGFR-mutierten fortgeschrittenen Lungenkarzinoms
In der Erstlinientherapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit häufigen EGFR-Mutationen (EGFR-M+) gelten EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) als Standard (1). Mit der LUX-Lung 7-Studie konnten erstmals direkte Vergleichsdaten zwischen zwei EGFR-TKIs in dieser Indikation erhoben werden. Die Head-to-Head-Studie belegt, dass der irreversible ErbB-Family-Blocker Afatinib in relevanten Wirksamkeitsendpunkten Gefitinib überlegen ist (2). Aktuelle Ergebnisse zeigen zudem, dass die Lebensqualität in beiden Behandlungsarmen vergleichbar war (3).

Afatinib (GIOTRIF®) ist als Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen NSCLC mit EGFR-M+ einer Chemotherapie signifikant überlegen, das haben die Phase-III-Studien LUX-Lung 3 und 6 demonstriert (4, 5). Darüber hinaus konnte für Afatinib erstmals für einen EGFR-TKI ein signifikanter Überlebensvorteil von mehr als 12 Monaten bei Patienten mit Del19-Mutation vs. Chemotherapie nachgewiesen werden (6). Die Ergebnisse der LUX-Lung 7-Studie zeigen außerdem signifikante Vorteile für Afatinib gegenüber Gefitinib und können somit eine wichtige Orientierung bei der Wahl der Erstlinientherapie bieten (2). Die globale Phase-IIb-Studie LUX-Lung 7 verglich Afatinib (1 x tgl. 40 mg, Dosisanpassungen gemäß Protokoll erlaubt) mit Gefitinib (1 x tgl. 250 mg) bei 319 nicht vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC und EGFR-M+ (Del19/L858R). Die Studie erreichte zwei ihrer primären Endpunkte: Afatinib verbesserte das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant vs. Gefitinib, wodurch das Risiko für eine Progression um 27% im Vergleich mit Gefitinib reduziert werden konnte (HR 0,73; p=0,017). Unter Afatinib waren signifikant mehr Patienten 18 bzw. 24 Monate nach Therapiestart noch progressionsfrei (27% vs. 15% bzw. 18% vs. 8%). Der PFS-Vorteil war unabhängig vom Mutationstyp (Del19/L858R) nachweisbar. Darüber hinaus war die Zeit bis zum Therapieversagen im Afatinib-Arm signifikant verlängert (13,7 vs. 11,5 Monate; HR 0,73; p=0,007); Patienten unter Afatinib konnten demzufolge länger unter Therapie bleiben (2). Die Daten zum Gesamtüberleben sind derzeit noch nicht reif. Signifikant mehr Patienten sprachen auf eine Therapie mit Afatinib an verglichen mit Gefitinib (70% vs. 56%; p=0,008, sekundärer Endpunkt). Patienten mit L858R-Mutation profitierten dabei mit einer Ansprechrate von 66% besonders (vs. 42% unter Gefitinib) (2). Der Wirksamkeitsvorteil unter Afatinib ging nicht zulasten der Lebensqualität der Patienten. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität – erhoben mit dem Fragebogen EQ-5D sowie der visuellen Analogskala EQ-VAS – war vergleichbar zwischen Afatinib und Gefitinib (Abb.1) (3).
 

Abb. 1: Gesundheitsbezogene Lebensqualität gemäß EQ-5D und EQ-VAS (sekundärer Endpunkt).
Lupe
Abb. 1: Gesundheitsbezogene Lebensqualität gemäß EQ-5D und EQ-VAS (sekundärer Endpunkt).


Die LUX-Lung 7-Studie zeigte eine gleich niedrige Rate an nebenwirkungsbedingten Therapieabbrüchen (6,3% vs. 6,3%) bei bekanntem Nebenwirkungsprofil. Eine aktuelle Post-hoc-Analyse bestätigt zudem, dass eine Anpassung der Afatinib-Dosis die Häufigkeit und Schwere therapiebedingter Nebenwirkungen effektiv reduzieren kann, ohne dass die Wirksamkeit der Therapie beeinflusst wird (Grad ≥ 3-Nebenwirkungen vor Dosisanpassung 63,5%, nach Dosis-anpassung 23,8%). Entscheidend hierbei: Das mediane PFS bei Patienten mit und ohne Dosisreduktion innerhalb der ersten 6 Monate unterschied sich nicht (12,8 vs. 11,0 Monate, p=0,144) (3).


Mit freundlicher Unterstützung der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
Literatur:

(1) Onkopedia-Leitlinie NSCLC der DGHO, Stand Februar 2016.
(2) Park K et al. Lancet Oncol 2016,17(5):577-89.
(3) Hirsh V et al. J Clin Oncol 2016, 34(suppl): #9046.
(4) Sequist LV et al. JCO. 2013;31(27):3327-34.
(5) Wu YL et al. Lancet Oncol. 2014;15(2):213-22.
(6) Yang JC et al. Lancet Oncol. 2015;16(2):141-51.


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