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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
14. Dezember 2008

NSCLC: Gezielte Therapie mit Cetuximab verlängert Überleben auf 15 Monate

Patienten mit nicht kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) profitieren von der Therapie mit dem EGFR-Antikörper Cetuximab. Entwickeln sie als initiale Nebenwirkung einen Hautausschlag, steigert sich der Überlebensvorteil um über 6 Monate verglichen mit Chemotherapie allein.
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Platinbasierte Chemotherapien sind Standard der Behandlung nicht-kleinzelliger Bronchialkarzinome (NSCLC). Interessant für die Praxis sei deren Kombination mit neuen Substanzen, die eine gezielte Therapie ermöglichen, erklärte Dr. med. Sylvia Gütz vom Thoraxzentrum des Klinikums St. Georg, Leipzig. Zugelassene Kombinationspartner sind die VEGFR-Antikörper Bevacizumab und Pemetrexed, die aber vorwiegend bei Nicht-Plattenepithelkarzinomen indiziert sind. Unabhängig von der histologischen Differenzierung wirkt Cetuximab (Erbitux®), ein Antikörper gegen den Epidermal Growth Factor-Rezeptor (EGFR), für den Hersteller Merck im September 2008 die Zulassung beantragt hat.
Der Antrag basiert auf der FLEX-Studie (1) mit 1125 nicht vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC aller Histologien, mittleres Alter 59 Jahre, 70% Männer, 94% Stadium IV, 17% ECOG Performance Status 2. Eins zu eins randomisiert erhielten sie Chemotherapie (Cisplatin 80 mg/m2, Vinorelbin 25 mg/m2) kombiniert mit Cetuximab (400 mg/m2 initial, dann 250 mg/m2) oder Chemotherapie allein. Im Gesamtüberleben als primärem Endpunkt zeigte sich ein Vorteil von 1,2 Monaten zugunsten Cetuximabs (11,3 versus 10,1 Monate). Das progressionsfreie Überleben war vergleichbar, Ansprechrate und Zeit bis zum Therapieversagen im Cetuximab-Arm signifikant besser. Eine Subgruppenanalyse demonstrierte, dass Patienten, die in den ersten 3 Wochen der Therapie einen Akne-ähnlichen Rash Grad 1-3 entwickelten, besonders profitierten: Sie überlebten im Median
15 Monate, Patienten ohne Rash 8,8 Monate. Als häufigste Grad 3/4-Nebenwirkungen wurden Neutropenie, febrile Neutropenie, Anämie sowie Rash beobachtet. Rash scheint aber ein wichtiger Indikator für ein verlängertes Überleben zu sein, kommentierte Gütz.
Cetuximab ist bereits zugelassen für die Behandlung des kolorektalen Karzinoms und bei Kopf-Hals-Tumoren. Beide Tumorentitäten exprimieren ebenso wie das NSCLC den EGF-Rezeptor bis zu 100%, was mit einer schlechten Prognose assoziiert ist. Als monoklonaler Antikörper blockiert Cetuximab gezielt den Rezeptor und hemmt dessen nachgeschaltete Aktivität. So leitet die Rezeptorblockade die Apoptose ein und markiert gleichzeitig die Tumorzellen für die körpereigene Immunantwort.

Michael Koczorek

Quelle: 1. Gatzemeier U et al., Data presented at the 2008 Chicago Multidisciplinary Symposium in Thoracic Oncology; Abstract 114 [TBC]

Interaktive Fortbildung Merck (Cetuximab) Start 5 – NSCLC
Leipzig 26. November 2008


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