Montag, 17. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Zytiga
Zytiga
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
24. März 2020

Nivolumab bei fortgeschrittenen plattenepithelialen Kopf-Hals-Tumoren: Einsatz als Erstlinientherapie direkt nach einer platinbasierten Radiochemotherapie

Der PD-1-Inhibitor Nivolumab (Opdivo®) wurde 2017 als erste immunonkologische Therapie zur Behandlung von rezidivierten oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereichs (R/M SCCHN) zugelassen (1). In der Zulassungsstudie CheckMate 141 verlängerte Nivolumab unabhängig vom PD-L1-Status signifikant das Überleben der SCCHN-Patienten gegenüber einer Vergleichstherapie (2, 3). In der Erstlinie direkt nach Versagen einer platinbasierten Radiochemotherapie verringerte sich das Sterberisiko um fast die Hälfte gegenüber der Vergleichstherapie (4).
Nivolumab war 2015 der erste in der Europäischen Union zugelassene PD-1-Inhibitor. Seit April 2017 kann er als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierten oder metastasierten SCCHN bei Erwachsenen mit Progression während oder nach einer platinbasierten Therapie eingesetzt werden und war damit die erste zugelassene immunonkologische Therapie bei Kopf-Hals-Tumoren. Daher kann mit Nivolumab auf die bisher längste klinische Erfahrung nach Zulassung in Deutschland mit einem PD-1-Inhibitor zurückgegriffen werden (1). Entitätsübergreifend wurde der Checkpoint-Inhibitor in Deutschland bereits zur Behandlung von mehr als 50.000 Patienten eingesetzt (5).


OS-Vorteil unabhängig vom PD-L1-Status

Die Zulassung von Nivolumab für die Therapie des R/M SCCHN basiert auf dem Überlebensvorteil gegenüber einer Vergleichstherapie (Methotrexat, Docetaxel oder Cetuximab; Investigator‘s Choice, IC) in der weltweiten, randomisierten, offenen Phase-III-Studie CheckMate 141 (2). Die Patienten erhielten Nivolumab (n=240) oder IC (n=121) bis zur Tumorprogression oder dem Eintritt nicht tolerierbarer Nebenwirkungen. Die Wirksamkeit des PD-1-Inhibitors war dabei unabhängig vom PD-L1-Tumorzellscore (TC): Das Sterberisiko war in der 2-Jahres-Auswertung für Patienten mit PD-L1-TC ≥ 1% unter Nivolumab vs. IC um 45% reduziert (HR=0,55; 95%-KI: 0,39-0,78). Bei Patienten mit PD-L1-TC < 1% war das Sterberisiko 27% niedriger als unter IC (HR=0,73; 95%-KI: 0,49-1,09) (3). Aufgrund der vom PD-L1-Status unabhängigen Wirksamkeit ist eine Testung vor Beginn der Therapie mit Nivolumab nicht notwendig.


Erstlinien-Einsatz nach Platin

R/M SCCHN-Patienten können durch den Einsatz von Nivolumab als Erstlinientherapie direkt nach einer platinbasierten Radiochemotherapie sehr früh von der Immun-Checkpoint-Blockade profitieren. Nivolumab senkte bei Patienten, deren platinbasierte Radiochemotherapie versagte, das Sterberisiko um 46% gegenüber IC (HR=0,54; 95%-KI: 0,33-0,89) (4, 5). Gleichzeitig war das mediane OS unter Nivolumab mehr als verdoppelt (3,3 Monate (95%-KI: 2,1-6,4) vs. 7,7 Monate (95%-KI: 3,1-13,8)). Das 2-Jahres-OS lag bei 21,6% unter Nivolumab gegenüber 3,8% im Vergleichsarm (Abb. 1).
 
Abb. 1: CheckMate 141: Gesamtüberleben unter Nivolumab als Erstlinientherapie nach platinbasierter adjuvanter oder primärer Therapie (z.B. Radiochemotherapie) im Vergleich zu Investigator‘s Choice (mod. nach (4, 5)). #=Methotrexat, Docetaxel oder Cetuximab, HR=Hazard Ratio, KI=Konfidenzintervall, n=Patientenzahl, OS=Gesamtüberleben
Abb. 1: CheckMate 141: Gesamtüberleben unter Nivolumab als Erstlinientherapie nach platinbasierter adjuvanter oder primärer Therapie (z.B. Radiochemotherapie) im Vergleich zu Investigator‘s Choice.



Im klinischen Alltag bewährt

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Nivolumab beim R/M SCCHN wird im klinischen Alltag in der prospektiven, multizentrischen, nicht interventionellen Studie (NIS) HANNA in Deutschland untersucht (6). Die Ergebnisse einer Interimsanalyse bestätigen die 1-Jahres-OS-Daten sowie die Verträglichkeitsdaten aus der Zulassungsstudie und bieten wertvolle Erfahrungen aus dem klinischen Alltag (6).


Mit freundlicher Unterstützung der Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

Andrea Warpakowski

Literatur:

(1) Fachinformation Opdivo®. Aktueller Stand.
(2) Ferris RL et al. N Engl J Med 2016;375(19):1856-1867.
(3) Ferris RL et al. Oral Oncol 2018;81:45-51.
(4) Gillison ML et al. Oncologist 2018;23(9):1079-1078.
(5) Bristol-Myers Squibb. Data on file.
(6) Welslau M et al. DKK 2020, Poster 259.


Das könnte Sie auch interessieren
Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken
Schmerzmittel+Methadon+ist+kein+Krebsheilmittel+-+keine+falschen+Hoffnungen+wecken
@ efmukel / Fotolia.com

Das Opioid Methadon sollte nicht zur Tumortherapie eingesetzt werden. Die derzeit vorliegenden Daten aus Labor- und Tierversuchen sowie einer Studie mit 27 Krebspatienten reichen nicht aus, um eine Behandlung zu rechtfertigen. Einige Medienberichte wecken dennoch bei an Leukämie oder Hirntumor erkrankten Patienten die falsche Hoffnung auf Heilung. Methadon ist zur Behandlung starker Schmerzen zugelassen und ein etabliertes Medikament in...

Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?
Diagnose+Krebs%3A+Wer+hilft+bei+hoher+psychischer+Belastung%3F
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

„Sie haben Krebs“ – kaum ein Betroffener wird diesen Satz je vergessen. Von jetzt auf gleich gerät das Leben aus den Fugen. Fragen, Ängste, Traurigkeit, Wut – alles wirbelt durcheinander. Auch die Zeit der Behandlung bis hin zur Nachsorge bringt Belastungen mit sich, die Betroffene an ihre Grenzen bringen können. Nimmt die psychische Belastung überhand oder dauert sie lange an, kann...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Nivolumab bei fortgeschrittenen plattenepithelialen Kopf-Hals-Tumoren: Einsatz als Erstlinientherapie direkt nach einer platinbasierten Radiochemotherapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.