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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
07. November 2004

Nierenschonende Therapie invasiver Pilzinfektionen

Invasive Mykosen sind für immunsupprimierte Patienten absolut lebensbedrohlich. Wegen seines breiten Wirkspektrums galt lange Jahre das konventionelle Amphotericin B als Standardtherapie. Nachteil der Substanz ist jedoch ihre hohe Nephrotoxizität. Ein „nierentödlicher Cocktail“ ist beispielsweise Amphotericin B und Cis-Platin, bemerkte Prof. Jörg Ritter von der Universitätskinderklinik Münster. AmBisome®, die neue liposomale Formulierung von Amphotericin B ist weniger nephrotoxisch bei vergleichbarer Effektivität und als einziges Antimykotikum mit Aspergillus-Wirksamkeit auch zur empirischen Therapie bei Fieber unklarer Genese zugelassen.
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Hauptrisikofaktor invasiver Mykosen ist die Neutropenie, die häufigsten Erreger sind Candida albicans und Aspergillus fumigatus. Doch auch seltene Keime wie Mucor oder Fusarium nehmen zu, möglicherweise wegen des häufigeren prophylaktischen Einsatzes von Antimykotika, meinte Ritter. Die Letalitätsrate einer Pilzinfektion bei Patienten mit Granulozytopenie liegt in verschiedenen Studien zwischen 48 und 80%, Autopsiestudien zeigen eine Inzidenz von 12-43% invasiver Mykosen, die vor dem Tod nicht diagnostiziert wurden.
Die Symptome sind sehr unspezifisch, es gibt nur wenige schnelle, verlässliche Labortests und manchmal ist immunsupprimierten Patienten eine invasive diagnostische Maßnahme, wie etwa eine Lavage, nicht zuzumuten. Das einzige Zeichen einer Infektion ist oft neu aufgetretenes Fieber bei neutropenischen Patienten. Tritt unter einer antibakteriellen Therapie nach 72 bis 96 Stunden keine Entfieberung ein, so besteht Verdacht auf eine Pilzinfektion und es wird mit einer antimykotischen Therapie begonnen.
Da es sich häufig um eine empirische Therapie handelt und eine invasive Mykose mit einer hohen Letalität einher geht, sollte das Antimykotikum ein möglichst breites Wirkspektrum besitzen. Voraussetzung ist eine hohe Wirksamkeit gegenüber den häufigsten Erregern Candida und Aspergillus. Mit AmBisome® sind u.a. folgende Infektionen behandelbar: disseminierte Candiasis, Aspergillose, Mucormykose, Blastomykose, Histoplasmose, viszerale Leishmaniose, chronische Kryptokokken-Infektionen.
Eine Untersuchung von Walsh und Mitarbeitern konnte zeigen, dass die klinische Wirksamkeit der liposomalen Formulierung vergleichbar ist mit der von konventionellem Amphotericin B bei signifikant geringerer Nephrotoxizität. Die Wirksamkeit erwies sich außerdem als vergleichbar mit der von Caspofungin und der von Voriconazol überlegen. Allerdings müsse Caspofungin seinen Stellenwert bei Hochrisikopatienten noch zeigen, sagte Ritter, da in der zitierten Vergleichsstudie Patienten mit Cyclosporin-A-Gabe ausgeschlossen waren.
AmBisome® ist in einer Dosierung von 1-3 mg/kg KG zur empirischen Therapie bei Fieber unklarer Genese zugelassen. Derzeit wird in einer internationalen Studie die Dosissteigerung auf 10 mg/kg KG bei Patienten mit gesicherten und wahrscheinlichen Schimmelpilzinfektionen untersucht.

as

Quelle: 3. Münchner Fachpresse-Workshop „Supportivtherapie in der Onkologie“, München, 13.5.2004.


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