Samstag, 15. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
08. Mai 2013

Myelodysplastische Syndrome: Das Eisen ist ein unterschätztes Thema

Eine Eisenchelation verlängert das ereignisfreie und leukämiefreie Überleben sowie das Gesamtüberleben (OS) von Patienten mit Myelodysplastischen Syndromen (MDS). Dies belegten erneut die auf der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) im Dezember präsentierten Studienergebnisse, die den Nutzen einer Eisenchelat-Therapie mit Deferasirox (Exjade®) für MDS-Patienten und auch bei Stammzelltransplantation zeigten.

Anzeige:
Blenrep
Blenrep

Bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS kann die Eisenüberladung zu Organschäden führen, erklärte Prof. Norbert Gattermann, Düsseldorf. Dabei ist das Serumferritin ein unabhängiger Prognosefaktor für das Überleben. Patienten mit einem Serumferritin unter 1.000 ng/ml leben signifikant länger als Patienten mit einem höheren Wert.

Auf dem ASH-Kongress wurden prospektive Studiendaten von transfusionsabhängigen MDS-Patienten mit Eisenüberladung (n=152), die mit Deferasirox behandelt wurden, präsentiert. Nach 12 Monaten sank das mediane Serumferritin signifikant um 25% auf 1.475 ng/ml (p<0,0001). Bei vergleichbaren Hb-Ausgangswerten verringerte sich der mediane Transfusionsbedarf signifikant von 3 EK-Einheiten auf 1 EK-Einheit pro Monat. Ein Teil der Patienten hat die Transfusionsabhängigkeit verloren (5,5% nach 6 Monaten und 19,7% nach 1 Jahr). Am meisten profitierten Patienten mit einer niedrigen Transfusionsbedürftigkeit. Laut Gattermann bestätigte diese Studie die Ergebnisse der anderen beiden großen Studien EPIC und US03.

Aktuelle Daten einer prospektiven, amerikanischen Registerstudie (2) zeigen, dass Niedrigrisiko-MDS-Patienten unter einer Eisenchelat-Therapie von mind. 6 Monaten länger leben als unbehandelte Patienten (102,1 vs. 50 Monate; p<0,0001). Bei chelierten Patienten trat eine AML-Transformation signifikant später auf (nach 57,1 vs. 27,4 Monaten; p=0,011) und die Sterberate war signifikant niedriger (46,5 vs. 63,1%; p=0,0002).

Remacha et al. (3) stellten eine retrospektive Beobachtungsstudie zum OS von Niedrigrisiko-MDS-Patienten aus 47 spanischen Krankenhäusern, von denen 82,4% im Laufe ihrer Erkrankung eine transfusionsbedingte Eisenüberladung entwickelten, vor. Eine Eisenchelat-Therapie über mind. 3 Monate verlängerte bei diesen Patienten das kardiale ereignisfreie Überleben (137 vs. 90 Monate; p=0,004) sowie das OS im Vergleich zu unbehandelten Patienten signifikant (133 vs. 105 Monate; p=0,009).

In einer weiteren retrospektiven Analyse einer großen MDS-Patientenkohorte (n=544) wurde ebenfalls eine positive Korrelation zwischen OS und Dauer der Deferasirox-Behandlung ermittelt (4). Die Lebenserwartung war umso höher, je länger die Therapie dauerte.

"Das Eisen ist ein sehr unterschätztes Thema", sagte Dr. Haifa Al-Ali, Leipzig. Je höher das Serumferritin bei einem Patienten vor Stammzelltransplantation ist, umso schlechter ist sein Gesamtüberleben. Schon ab einem Wert um 700 ng/ml ist das OS schlechter, auch die Graft versus host Disease steigt ab einem Wert > 700 ng/ml Serumferritin (5). Al-Ali stellte auf dem ASH Daten vor, die zeigten, dass durch eine Deferasirox-Therapie das Serumferritin signifikant von 2.036 ng/ml auf 957 ng/ml (n=76; p<0,0001) gesenkt werden konnte (6).

Auf dem ASH 2012 wurde erstmals gezeigt, dass die Höhe des Serumferritin-Werts (< 500 ng/ml) auch das Ansprechen auf eine Azacitidin-Therapie beeinflusst (7).

as

"Aktuelles vom ASH: MDS & Eisenchelation - Warum und für welche Patienten?", 28.02.2013, Düsseldorf; Veranstalter: Novartis Pharma GmbH


Literaturhinweis:

(1) Angelucci E, et al. ASH 2012, Abstr. #425.
(2) Lyons RM, et al. ASH 2012, Abstr. #3800.
(3) Remacha A, et al. ASH 2012, Abstr. #1723.
(4) Zeidan AM, et al. ASH 2012, Abstr. #426.
(5) Rojas R, et al. ASH 2012, Abstr. #4149.
(6) Al-Ali H-K, et al. ASH 2012, Abstr. #485.
(7) Delgado RG, et al. ASH 2012, Abstr. #1710.


Anzeige:
Tukysa
Tukysa
 
Das könnte Sie auch interessieren
Startschuss für den Regensburger Leukämielauf 2017: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übernimmt Schirmherrschaft und die Kapelle Josef Menzl beginnt Training
Startschuss+fu%CC%88r+den+Regensburger+Leuk%C3%A4mielauf+2017%3A+Bu%CC%88rgermeisterin+Gertrud+Maltz-Schwarzfischer+u%CC%88bernimmt+Schirmherrschaft+und+die+Kapelle+Josef+Menzl+beginnt+Training
© ivanko80 / Fotolia.com

Vor der Kulisse des Alten Rathauses wurde gestern (26.06.) Bürgermeisterin Gertrud Maltz- Schwarzfischer das erste Laufshirt des Regensburger Leukämielaufes 2017 von Professor Dr. Reinhard Andreesen, Vorsitzender der Leukämiehilfe Ostbayern e.V., überreicht. Mit der Übergabe des Laufshirts an das Stadtoberhaupt startet traditionell der Countdown zum größten Benefizlauf in Ostbayern, der in diesem Jahr am 15....

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung
Darmkrebspatienten+ben%C3%B6tigen+spezialisierte+Anlaufstelle+und+Interessenvertretung
© Fotolia / cryonoid_media

Mit einem Pressegespräch am 19. April in Berlin nimmt EuropaColon Deutschland e. V. seine Tätigkeit als spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung von Darmkrebspatienten auf. Der neu gegründete Verein ist die deutsche Tochter der seit zwölf Jahren europaweit aktiven Patientenorganisation EuropaColon, die in 24 Ländern Europas Menschen mit Darmkrebs unterstützt und gegenüber der Gesundheitspolitik für deren...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Myelodysplastische Syndrome: Das Eisen ist ein unterschätztes Thema"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.