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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
09. Juli 2006

Moderat emetogene Therapie: Individuelle Risikofaktoren mehr berücksichtigen

Insbesondere das verzögerte Auftreten von Übelkeit und Erbrechen sowohl unter hoch emetogener als auch moderat emetogener Chemotherapie wird immer noch unterschätzt. Nach Ansicht von Dr. Markus Thalmeier, Heidelberg, sollten in Zukunft mehr die patientenbezogenen Risikofaktoren mit berücksichtigt werden – vor allem auch bei der mäßig emetogenen Chemotherapie, die für bestimmte Risikogruppen, wie etwa jüngere Frauen, sehr belastend sein kann.
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Eine hoch emetogene Chemotherapie führt bei 60% der Patienten zu verzögerter Übelkeit und bei 50% zu verzögertem Erbrechen, eine mäßig emetogene Chemotherapie immerhin noch bei 28% und 52% zu verzögerter Übelkeit bzw. Erbrechen. Ärzte und Pflegepersonal unterschätzen dieses Problem deutlich wie die Ergebnisse der ANCHOR-Studie gezeigt haben (Grunberg et al., 2004).
Neben den eingesetzten Substanzen gibt es eine Reihe weiterer Risikofaktoren. Nicht zu unterschätzen sind nach Erfahrung von Thalheimer Umgebung und Tageszeit. Auch reagieren kachektische Patienten und Patienten in fortgeschrittenen Stadien oder mit hoch aggressiven Tumoren stärker mit Übelkeit und Erbrechen auf eine Chemotherapie. Des weiteren spielen Dosisdichte und die Geschwindigkeit, mit der die Substanz verabreicht wird, eine Rolle. Wesentlich sind auch die patientenbezogenen Faktoren. So haben beispielsweise jüngere Frauen schon mit einer moderat emetogenen Therapie deutlich mehr Probleme als etwa ältere Männer, die regelmäßig Alkohol konsumieren mit einer hoch emetogenen Therapie.
Eine Studie von Warr et al. (JCO 2005) belegt die Verbesserung der Antiemese durch den NK1-Rezeptorantagonisten Aprepitant bei Patientinnen mit Mammakarzinom unter einer mäßig emetogenen Therapie (AC-basiert). Eingeschlossen waren 857 Patientinnen, die in eine Kontrollgruppe und eine Aprepitantgruppe randomisiert wurden. Studienendpunkt war ein vollständiges Ansprechen, definiert als kein Erbrechen und keine Rescue-Therapie. Ein vollständiges Ansprechen hatten 42% in der Kontrollgruppe (Ondansetron und Dexamethason als Prophylaxe) im Vergleich zu 51% der Patientinnen, die zusätzlich mit Aprepitant therapiert wurden. Vor verzögertem Erbrechen waren 81% der Patientinnen in der Aprepitant- versus 69% in der Kontrollgruppe geschützt (p<0,001).
Aufgrund dieser Studie wurde Aprepitant auch zur Prophylaxe bei der mäßig emetogenen Chemotherapie zugelassen. Im letzten Update der Leitlinien (September 2005) wird bei Frauen mit Brustkrebs unter AC-haltiger Therapie zur Akutprophylaxe der Einsatz eines 5-HT3-Antagonisten in Kombination mit 8 mg Dexamethason und Aprepitant empfohlen.
Interaktiver Workshop – Neue Aspekte in der Onkologie. Berlin, 11. März 2006. Veranstalter MSD.

as

Quelle:


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