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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
14. Dezember 2008

Metastasiertes Kolorektalkarzinom: Bevacizumab unabhängig von K-Ras

Mutationen im K-Ras-Gen, die beim Kolorektalkarzinom negative prädiktive Biomarker für das Ansprechen einer Anti-EGFR-Therapie sind, scheinen für die Wirksamkeit von Bevacizumab (Avastin®) keine Bedeutung zu haben. Das belegt eine aktuelle Analyse der Phase-III-Studie, die zur Zulassung des Angiogenesehemmers geführt hat.
In der Zulassungsstudie konnte die Firstline-Therapie mit Bevacizumab in Kombination mit dem IFL-Schema (Irinotecan, 5-FU/FS) bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom sowohl in der Subgruppe mit K-Ras-Wildtyp als auch in der Subgruppe mit K-Ras-Mutation das progressionsfreie Überleben gegenüber der alleinigen Chemotherapie signifikant verlängern (Hazard Ratio=0,44, p<0,0001, bzw. HR=0,41, p=0,0008) [1]. Auch das Gesamtüberleben, das in der Bevacizumab-Gruppe insgesamt im Median 20,3 Monate betrug [2], verlängerte sich bei Vorliegen des K-Ras-Wildtyps signifikant (HR=0,58, p=0,04) und bei Vorliegen der K-Ras-Mutation im Trend. „Der K-Ras-Status scheint für die Wahl von Bevacizumab keine Rolle zu spielen“, hob Dr. Dirk Arnold, Halle-Wittenberg, hervor.
Wie der Onkologe fortführte, spricht Bevacizumab noch besser an, wenn es mit einer optimalen Chemotherapie kombiniert wird. So lag das mediane Überleben in einer Vergleichstudie unter Bevacizumab und IFL nur bei 19,2 Monaten, unter Bevacizumab und FOLFIRI (Irinotecan, infusionales 5-FU/FS) hingegen bei 28,0 Monaten [3]. Laut Arnold ist der Angiogenesehemmer nach den Ergebnissen mehrerer Studien mit allen Chemotherapien kombinierbar (Irinotecan, Oxaliplatin, Capecitabin, 5-FU), wobei er mit allen das progressionsfreie Überleben sowie mit Irinotecan auch das Gesamtüberleben verlängert hat.
Arnold betrachtet die Therapie mit Bevacizumab bis zum Progress als den Standard, hält jedoch weitere Optimierungen des Therapieablaufs für nötig, da mehr als 50% der Patienten aus den Phase-III-Studien die Behandlung vor dem Progress aus anderen Gründen abgebrochen hatten, u.a. aufgrund der Oxaliplatin-Toxizität. So erzielte in der CONcePT-Studie im Rahmen einer Kombination von Bevacizumab und FOLFOX (Oxaliplatin, infusionales 5-FU/FS) die intermittierende Oxaliplatin-Gabe ein besseres progressionsfreies Überleben als die kontinuierliche [4]. „Bis zum Beweis des Gegenteils müssen wir an Schemata arbeiten, in denen wir 5-FU und Bevacizumab kontinuierlich einsetzen“, so Arnold abschließend.

PE

Quelle: (1) Hurwitz H, et al. WCGIC 2008; # metastatic CRC O-035
(2) Hurwitz H, et al. N Engl J Med. 2004;350:2335-42
(3) Fuchs CS, et al. J Clin Oncol. 2008;26:689-90
(4) Grothey A, et al. ASCO 2008


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