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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
01. September 2007

Mammakarzinom: PACT untersucht Auswirkungen mangelnder Therapietreue im frühen Krankheitsstadium

Welche Auswirkungen mangelnde Therapietreue in der adjuvanten Antihormontherapie hat und wie sie sich verbessern lässt, untersucht das PACT-Programm [1] seit Oktober 2006. Inzwischen haben sich rund 500 Patientinnen für die PACT-Untersuchung registrieren lassen, die deutschlandweit an zirka 100 der führenden auf Brustkrebsbehandlung spezialisierten Zentren in Zusammenarbeit mit über 700 niedergelassenen Fachärzten durchgeführt wird.
Das von Brustkrebsexperten, Brustkrebs-Selbsthilfegruppen und AstraZeneca entwickelte Projekt unter der Leitung von Professor Rolf Kreienberg vom Universitätsklinikum Ulm, prüft, ob durch regelmäßige unterstützende Informationen die Therapietreue verbessert werden kann. Laut einer Pilotuntersuchung der Marburger Universität brechen viele Patientinnen, die eine Antihormontherapie mit Tamoxifen oder einem Aromatasehemmer begonnen haben, bereits im ersten Jahr ihre Behandlung ab. Deutsche Apothekendaten zeigen genauer, dass nach 3 Monaten nur noch in zwei Drittel der Fälle die Folgerezepte eingelöst werden. Nach 18 Monaten sind es nur noch 50 Prozent [2].
"Diese Daten sind alarmierend. Leider wissen wir derzeit nicht, welche Gründe zum Abbruch führen. Da wir nur die Daten zur Rezepteinlösung haben, können wir davon ausgehen, dass es zudem eine Reihe von Patientinnen gibt, die das Rezept zwar einlösen, die Tabletten aber nicht einnehmen. Diese Fragen wollen wir mit Hilfe der PACT-Untersuchung beantworten", erläutert Professor Peyman Hadji vom Universitätsklinikum Marburg, einer der Initiatoren der Studie. Gleichzeitig soll die PACT-Studie die zentrale Frage klären, ob durch die regelmäßige Einnahme der Medikamente das Rückfallrisiko gesenkt und auch das Gesamtüberleben der Patientinnen verlängert werden kann. Rund 5.000 postmenopausale Frauen, bei denen der Tumor im frühen Stadium entfernt wurde, können an der PACT-Studie teilnehmen. Weitere Voraussetzung ist, dass die Frauen einen hormonrezeptorpositiven Tumor hatten und eine adjuvante Antihormontherapie mit dem Aromatasehemmer Anastrozol erhalten. "Ich möchte alle in Frage kommenden Frauen ermutigen, an der PACT-Studie teilzunehmen", erklärt Kreienberg. "Ein großer Vorteil ist, dass die Patientinnen durch die Teilnahme gleichzeitig eine eng abgestimmte Betreuung sowohl im Brustzentrum als auch in der Nachsorge erhalten".

Quelle: Literatur:
1. "Patient´s Anastrozole Compliance to Therapy Programme"
2. Hadji et al., Frauenarzt (2007), 27 Nr 2 .


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