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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

07. November 2014 mCRPC: Chemotherapie - ein Auslaufmodell?

DGU 2014

Mit den Worten "Die Therapie des Prostatakarzinoms ist immer komplexer geworden",  eröffnete Prof. Dr. Peter Albers, Düsseldorf, das Symposium*. Pro Jahr werden in Deutschland circa 10.000 Patienten mit einem metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) erwartet. "Wir haben kaum eine Möglichkeit dies aufzuhalten aber wir haben die Möglichkeit das Leben zu verlängern, mit einer intelligenten Kombination mehrerer Medikamente und einem optimalen Nebenwirkungsmanagement." Dazu stellte Prof. Albers aktuelle Daten aus der Phase-III-Studie E3805 CHAARTED vor (1), in der gezeigt werden konnte, dass eine zusätzliche Gabe von Docetaxel zur Androgendeprivationstherapie (ADT)  das Gesamtüberleben (OS) bei Männern mit hormonsensitivem metastasierten Prostatakarzinom um deutlich mehr als ein Jahr verlängern kann.

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Nach den aktuellen Leitlinien der DGU ist die ADT Standard in der Therapie des metastasierten, hormon-sensitiven Prostatakarzinoms (2). In der randomisierten Phase-III-Studie CHAARTED der ECOG-Studiengruppe wurde dieser Standard Hormontherapie gegen die Kombination von Chemo- und Hormontherapie verglichen. Zugelassen waren primäre Patienten ohne eine Vortherapie. 393 Patienten erhielten eine ADT, 397 Patienten ADT + Docetaxel (D) in der Dosierung von 75 mg/m2, alle 3 Wochen für maximal 6 Zyklen innerhalb von 4 Monaten nach Start der ADT. Stratifiziert wurde u.a. nach Metastasenlast (high volume (HV) vs. low volume (LV)) und nach dem Krankheitsbild (HV: viszerale Metastasen und/oder 4 oder mehr Knochenmetastasen, mit mind. einer Metastase außerhalb von Wirbelsäule und Becken, LV: mind. Knochenmetastasen oder Fernmetastasen). Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben. Das Durchschnittsalter lag im ADT-Arm bei 63 Jahren (39-91) vs. 64 Jahren (36-88) im ADT+D-Arm. Die meisten Patienten hatten einen ECOG PS-Status zwischen 0-2, welcher in beiden Armen sehr ähnlich war (ADT: 69,6%, 29,2%, 1,3% vs. ADT+D: 69,7%, 28,8%, 1,5%). Bei der Gleason-Verteilung erreichten die meisten Patienten einen Score von 8-10 (70,0% vs. 67,2%) oder einen Score von 7 (23,9% vs. 26,9%) und nur ein geringer Anteil hatte einen Score von 4-6 (6,1% vs. 5,9%) (1).

Die Ergebnisse der Studie zeigen einen statistisch signifikanten Vorteil im Hinblick auf das Gesamtüberleben zugunsten der kombinierten Chemohormontherapie (1). In der Gesamtgruppe konnte das OS um mehr als 13 Monate signifikant verlängert werden (44 Monate vs. 57,6 Monate; HR 0,61 (0,47-0,80); p=0,0003). Mit 17 Monaten Verlängerung profitierten insbesondere Patienten mit hoher Metastasenlast (HV) am meisten von der Docetaxel-Zugabe (32,2 Monate vs. 49,2 Monate; HR 0,60 (0,45-0,81); p=0,0006). In der Subgruppe der Patienten mit niedriger Tumorlast wurde das mediane Überleben in beiden Therapiearmen noch nicht erreicht. "Die Differenz von 17 Monaten für die HV-Patienten ist enorm, so etwas hat es noch nie gegeben in der Onkologie des Prostatakarzinoms", bemerkte Prof. Albers abschließend.

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*Sanofi-Satellitensymposium: "Chemotherapie beim mCRPC - Ein Auslaufmodell?", 03.10.2014

Literaturhinweise:
(1) Sweeney C et al. J Clin Oncol. 2014; 32(5s): Abstr. LBA2.
(2) Interdisziplinäre Leitlinie "Prostatakarzinom: Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien". 2. Aktualisierung - September 2014. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLl_S3_Prostatakarzinom_201409.pdf


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