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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2015 mCRPC: Abirateronacetat verbessert Lebensqualität der Patienten

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

Die Verlängerung des Überlebens ist für Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) ein primäres Anliegen. „Entscheidend ist jedoch nicht nur, dass die Patienten durch die Therapie länger leben, sondern insbesondere wie sie damit leben“, betonte Prof. Jürgen Gschwend aus München und verwies auf diesbezügliche Vorteile bei der Behandlung mit Abirateronacetat.

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In der Zulassungsstudie (COU-AA-302) verlängerte Abirateronacetat als Erstlinientherapie sowohl das Gesamtüberleben (34,7 vs. 30,3 Monate, p=0,0033) als auch das radiologisch progressionsfreie Überleben (16,5 vs. 8,3 Monate; p<0,0001) signifikant gegenüber Placebo (jeweils plus Prednison/Prednisolon) (1, 2). An der Studien nahmen 1.088 asymptomatische oder mild symptomatische chemonaive mCRPC-Patienten nach Versagen der Androgendeprivation teil.

Zusätzlich verbesserten sich unter Abirateronacetat mehrere sekundäre Endpunkte, welche die Lebensqualität erfassten. Dazu gehört etwa die mediane Zeit bis zum Beginn der Opiattherapie, die sich unter Abirateronacetat signifikant um 10 Monate verzögerte (33,4 vs. 23,4 Monate, p<0,0001) (1). „Es stellt einen erheblichen Zugewinn für die Patienten dar, wenn sie längere Zeit ohne Opiate auskommen“, erklärte Gschwend. Auch die fortschreitende Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten durch Schmerzen verzögerte sich unter der Therapie mit Abirateronacetat (HR=0,80; p=0,005) (2).

Die Lebensqualität wurde mit der FACT-G-Skala (Functional Assessment of Cancer Therapy – General) untersucht. In den Bereichen körperliches, funktionales und emotionales Wohlbefinden ergaben sich signifikante Unterschiede zugunsten von Abirateronacetat versus Placebo (jeweils p=0,002). „Im Praxisalltag berichten uns die Patienten häufig relativ schnell nach Beginn der Therapie, dass sie sich besser fühlen“, berichtete Gschwend.

In einer weiteren Studie wurden die Effekte von Abirateronacetat (plus Prednison/Prednisolon) in der Zweitlinientherapie des mCRPC nach Versagen einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie ermittelt (3). Hier zeigte sich, dass unter Abirateronacetat ein signifikant geringerer Teil der Patienten unter Alltagsbeeinträchtigungen durch Fatigue litt, im Vergleich zu Placebo (p=0,0075).

Dr. Marion Hofmann-Aßmus

Literatur:

(1) Ryan CJ et al. Lancet Oncol 2015;16(2):152-60.
(2) Rathkopf DE et al. Eur Urol 2014;66(5):815-25.
(3) Sternberg CN et al. ECCO 2011; abstr. 7015.


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