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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

20. Juli 2008 mCRC: Bevacizumab etabliert sich als neuer Standard in der First-Line-Therapie

Nach einer umfassenden Zulassungserweiterung zu Beginn dieses Jahres kann Bevacizumab (Avastin®) mit allen Fluoropyrimidin-basierten Chemotherapien, inklusive Oxaliplatin und Capecitabin (Xeloda®) in der First-Line-Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) eingesetzt werden. Gute Verträglichkeit, hohe progressionsfreie Überlebenszeiten, die sich auch im Praxisalltag reproduzieren lassen und eine gesteigerte sekundäre Resektabilität von Metastasen machen den VEGF-Antikörper zum neuen Standard in der Darmkrebstherapie.
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Die Zulassungserweiterung basiert auf den Daten der internationalen Studie NO16966, in der gezeigt werden konnte, dass die zusätzliche Gabe von Bevacizumab First-Line zu den Chemotherapie-Regimen XELOX (Capecitabin oral plus Oxaliplatin) oder FOLFOX-4 (5-FU/FS-Dauerinfusion plus Oxaliplatin) zu einer signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) auf über 10 Monate führt (10,4 versus 7,9 Monate; p<0,0001)(1). Verglichen mit der alleinigen Chemotherapie ist das eine Steigerung um mehr als 30% (Abb.1). Die NO16966-Studie bestätigt damit die Daten der ersten Zulassungsstudie von Hurwitz et al. (2), in der Bevacizumab in der First-Line-Therapie mit 5-FU/FS plus Irinotecan kombiniert wurde, was zu einem PFS von 10,6 Monaten führte, gegenüber 6,2 Monaten unter der alleinigen Chemotherapie (p<0,00001). In der Hurwitz-Studie wurde zudem das Gesamtüberleben der Patienten erstmalig um etwa 5 Monate auf 20,3 Monate verlängert. In der aktuellen Zulassungsstudie NO16966 wurden keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen für den VEGF-Antikörper beobachtet. 0

Tägliche Praxis bestätigt Studienergebnisse

Dass sich die deutliche Überlebensverlängerung auch im klinischen Alltag zeigen lässt, machen die beiden großen Beobachtungsstudien First BEAT und BRiTE deutlich. First BEAT wurde mit 1914 Patienten aus 41 Ländern – außer USA – durchgeführt, die den VEGF-Antikörper in der First-Line-Therapie, kombiniert mit einer Standard-Chemotherapie nach Wahl, erhielten. Das vorläufige mediane PFS liegt auch hier für alle Kombinationschemotherapien bei nahezu 11 Monaten (3). An der BRiTE-Studie nahmen fast 2000 US-amerikanische Patienten teil. Das mediane PFS im Gesamtkollektiv betrug 10,2 Monate. Es wurde ein medianes Gesamtüberleben von 27,1 Monaten erreicht (4). Das sind die längsten Überlebenszeiten, die bei Patienten mit mCRC je beobachtet wurden.

Bevacizumab ermöglicht kurative Metastasenresektion

Die First BEAT-Studie konnte zudem zeigen, dass Bevacizumab First-Line in Kombination mit einer Standard-Chemotherapie die wirksame und sichere Resektion initial inoperabler Metastasen ermöglicht. Von den 1914 in der derzeitigen Datenanalyse erfassten Patienten konnten 225 (12%) im Laufe der Behandlung mit kurativem Ziel operiert werden. Eine vollständige Metastasenresektion (R0-Resektion) war bei rund 173 (77%) der operierten Patienten möglich. Die besten Ergebnisse erzielten Patienten, deren Metastasen sich ausschließlich auf die Leber beschränkten (n=704). Von ihnen wurden 15,2% operiert, und eine R0-Resektion konnte wiederum bei rund 77% der Patienten durchgeführt werden. Wurde Bevacizumab mit einem Oxaliplatin-haltigen Regime kombiniert, war eine Resektion der Lebermetastasen sogar bei 20,3% der Patienten möglich (5). Das hohe Sicherheitsprofil früherer Kontrollen wurde bestätigt, es wurde kein Anstieg der Wundheilungskomplikationen oder Blutungsereignisse beobachtet.

Die Erfolge der Therapie mit Bevacizumab übertreffen damit alle anderen bisher in der breiten klinischen Anwendung mit „targeted therapies“/Chemotherapie-Kombinationen dokumentierten Ergebnisse. Nach den aktuellen europäischen Leitlinien der EORTC ist der VEGF-Antikörper damit der neue Standard in der First-Line-Therapie des mCRC.

Quelle: 1. Saltz et al. ASCO GI 2007, #238
2. Hurwitz et al. N Engl J Med 2004; 350:2335-42
3. Berry et al. ASCO GI 2008, #350
4. Grothey et al. ASCO 2007, #4036
5. Van Cutsem et al. ASCO GI 2008, #346


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