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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2018 mCRC: Aflibercept wirksame Zweitlinientherapie

Die Kombination Aflibercept/FOLFIRI wird als effektive Zweitlinientherapie für Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom (mCRC) geschätzt. Erste Biomarker-Analysen zeigen, dass sie unabhängig von der Vortherapie, damit auch nach Anti-VEGF-gerichteter-Vorbehandlung, gut wirkt. Im Klinikalltag punktet Aflibercept mit guter Verträglichkeit und Sicherheit.
Verantwortlich für die hohe Wirksamkeit des antiangiogen wirkenden Fusionsproteins Aflibercept (Zaltrap®) auch nach antiangiogener Erstlinientherapie mit Bevacizumab (+FOLFOX) ist sein 3-Fach-Wirkansatz, erklärte PD Dr. Alexander Stein, Hamburg. So blockiert Aflibercept neben VEGF-A und VEGF-B auch PlGF. Auf molekularer Ebene scheinen dies nun erste Biomarker(BM)-Analysen zu bestätigen, die retrospektiv anhand von Patientendaten aus der Zulassungsstudie VELOUR erhoben wurden (1-3). Als interessante Zweitlinientherapie-Option biete sich nach Versagen der Erstlinientherapie mit FOLFOX/Bevacizumab ein doppelter Switch auf FOLFIRI/Aflibercept an, so Dr. Stein weiter.


Plasma-Daten untermauern klinischen Erfolg

Erstmals fand man anhand von Plasma-Daten bei Bevacizumab vorbehandelten Patienten (ca. 30% der Studienpopulation) im Unterschied zu Patienten, die keine Bevacizumab-Vorbehandlung erhalten hatten, signifikant erhöhte und laut Stein mit einer Resistenz gegen Bevacizumab assoziierte PlGF- und VEGF-A-Werte (Abb. 1) (1, 5). Dass Aflibercept auch nach Bevacizumab-Therapie eine gute Wirksamkeit erreicht, lasse sich auf molekularer Ebene damit erklären, dass VEGF und PlGF auch Angriffspunkte des Fusionsproteins Aflibercept sind, diskutierte Stein. Im Einklang damit steht, dass die Subauswertung einen konsistenten, vergleichbaren Überlebensvorteil zugunsten von Aflibercept/FOLFIRI für Patienten mit und ohne Bevacizumab-Vorbehandlung zeigt (HR=0,84 bzw. HR=0,80). Auch Gewebeproben aus einer retrospektiven Auswertung der VELOUR-Studie lieferten aufschlussreiche Ergebnisse. Sie zeigen, dass Patienten unabhängig vom RAS- und BRAF-Status – mutiert (MT) oder Wildtyp (WT) – und zudem unabhängig von der Tumorlokalisation des Primarius im rechten oder linken Kolon von der Zweitlinientherapie mit Aflibercept profitieren (2). In die Analyse gingen Gewebeproben aus der für die gesamte ITT-Population der Studie (n=1.226) repräsentativen Biomarker-Population (BM) (n=482) ein. In beiden Populationen war der mediane Überlebensvorteil zugunsten von Aflibercept/FOLFIRI vs. Placebo vergleichbar und jeweils statistisch signifikant (ITT: HR=0,817; p=0,0032; BM: HR=0,804; p=0,03).

 
Abb. 1: Erstmals in randomisierter Studie gezeigt: PIGF und VEGF-A-Werte sind in mit Bevacizumab vorbehandelter Population signifikant erhöht (mod. nach (5)).
Studie zeigt PIGF VEGF A Werte



Im klinischen Alltag wirksam bei Erhalt der Lebensqualität

Nach Ergebnissen der nicht interventionellen Studie (NIS) QoLiTrap behauptet sich Aflibercept/FOLFIRI auch unter klinischen Alltagsbedingungen. Die aktuelle Auswertung deckte auf, dass die Lebensqualität unter Aflibercept im Therapieverlauf stabil blieb bei einer mit 73% hohen Tumorkontrollrate und einer medianen progressionsfreien Überlebenszeit (PFS) von 8,2 Monaten, berichtete Stein (4). Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Aflibercept/FOLFIRI nach Oxaliplatin-haltiger Vortherapie hat sich wiederholt in klinischen Studien und inzwischen auch in der klinischen Praxis bestätigt. Die Kombination ist eine wirksame Therapieoption nach Oxaliplatin – unabhängig vom RAS-/BRAF-Mutationsstatus, der Lokalisation des Primärtumors, der Vortherapie mit anti-VEGF oder anti-EGFR sowie PlGF und VEGF-A-Plasmaspiegeln, schloss Stein.


Mit freundlicher Unterstützung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin

Ute Ayazpoor

Quelle: Satellitensymposium „Aktuelle Therapieoptionen beim mCRPC und mCRC“, DGHO, 29.09.2017, Stuttgart; Veranstalter: Sanofi Genzyme

Literatur:

(1) Tabernero J et al. ASCO GI 2017, abstr. 592.
(2) Wirapati P et al. JCO ASCO 2017, abstr. 3538.
(3) van Cutsem E et al. JCO 2012, 30:3499-3506.
(4) Scholten F et al. DGHO-Tagung 2017, Stuttgart P595.
(5) Van Cutsem E et al. Ann Oncol 2017;28(suppl3, abstr. O-012).


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