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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
23. Februar 2021
Seite 2/2

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Können Sie kurz erläutern, welche Therapie Sie in welchem Stadium empfehlen? Wird die Behandlung grundsätzlich in einem Tumorboard diskutiert?

Eine kurze Erläuterung ist hier schwierig, weil die Therapie, insbesondere in den fortgeschrittenen Stadien sehr subtil und individualisiert geworden ist. Außer im Stadium I, in dem Operation oder Radiotherapie in Abhängigkeit von kardiopulmonalen Reserven in Betracht kommen, wird auch in den operablen Stadien über eine ergänzende Systemtherapie diskutiert. Und selbstverständlich wird die Behandlung grundsätzlich, teilweise mehrfach z.B. vor und nach einer Operation, besprochen.

Kann in frühen Erkrankungsstadien eine Heilung erreicht werden? Oder spricht man hier eher von einer chronischen Erkrankung?

Das Ziel der Behandlung in den frühen Stadien ist ein kuratives, d.h. die Heilung, auch wenn nicht-kleinzellige Lungenkarzinome nicht selten rezidivieren. Neben der adjuvanten Standard-Therapie gibt es aktuell zahlreiche Untersuchungen, um das Rezidivrisiko durch Inkludierung neuer Substanzen zu verringern. Eine Entwicklung zur „chronischen Erkrankung“ beobachten wir eher bei einigen Patienten in metas­tasierten Stadien, bei denen wir bereits heute z.B. unter einer Immuntherapie 5-Jahres-Überleben erreichen können, was noch vor wenigen Jahren nicht denkbar gewesen wäre.

Ist im Stadium IV nur noch eine palliative Therapie möglich? Welche Therapieoptionen stehen hier zur Verfügung? Wie hoch ist die Überlebensdauer?

Im Stadium IV schauen wir heute sehr genau hin, ob ausschließlich Systemtherapien in Betracht kommen. Im oligometastasierten Stadium IV würde man unter Umständen multimodal vorgehen und Lokaltherapien in das Behandlungskonzept einbinden. Bei allen anderen Patienten müssen vor der ersten Therapie PD-L1-Expression und vor allem bei Patienten mit nicht-plattenepithelialer Histologie Ergebnisse der molekularen Testung vorliegen, um die Therapie auswählen zu können, von der die Patienten am bes­ten profitieren können.
 
Sind die Überlebenschancen durch neue Substanzen wie Tyrosinkinase-Inhibitoren insgesamt besser geworden?

Durch die molekular gezielten Therapien haben sich die Überlebenszeiten für geeignete Patienten erheblich verbessert. Aber selbst bei Patienten, deren Tumor nicht durch eine molekulare Veränderung angetrieben wird, erreicht man durch die Einbindung von Immuncheckpoint-Inhibitoren in das Behandlungskonzept zum Teil lange Überlebenszeiten bei guter Lebensqualität.


Vielen Dank für das Gespräch!

ah
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