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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
13. September 2016

Kolorektalkarzinom: Primäre Tumorlokalisation prognostisch und prädiktiv bedeutsam

Aktuelle Daten der Phase-III-Studie CALGB/SWOG-80405 bestätigen die Bedeutung der primären Tumorlokalisation als prognostischen Faktor beim metastasierten Kolorektalkarzinom (mCRC) (1). Die Ergebnisse liefern außerdem Hinweise darauf, dass die Tumorlokalisation auch für die Therapiewahl eine wichtige Rolle spielen könnte.
Wie Prof. Dr. Nils Homann, Wolfsburg, erklärte, unterscheiden sich rechts- und linksseitige Tumoren im Dickdarm stark, so dass sie als eigenständige Tumorentitäten betrachtet werden könnten. So kommen jeweils unterschiedliche klinisch-pathologische Faktoren zum Tragen, es sind verschiedene Signalwege beteiligt und es treten unterschiedliche Mutationsmuster auf. Die Grenze stellt die linke Darmflexur dar.

Die Auswertung der CALGB/SWOG-80405-Studie bestätigt, was frühere Beobachtungen bereits vermuten ließen: Ein rechtsseitig im Darm gelegener Primärtumor geht mit einer schlechteren Prognose für den Patienten einher (Gesamtüberleben: 33,3 vs. 19,4 Monate; HR=1,55; p<0,0001) (1).

In einer Subgruppenanalyse, die Prof. Dr. Arndt Vogel, Hannover, vorstellte, wurde der Einfluss der Tumorlokalisation auf die Wirksamkeit der Behandlung mit Bevacizumab (Avastin®) gegenüber der Therapie mit Cetuximab (jeweils in Kombination mit FOLFOX oder FOLFIRI) untersucht. Es zeigte sich bei rechtsseitigen Tumoren eine Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens (mOS) unter Bevacizumab/Chemotherapie im Vergleich zu Cetuximab/Chemotherapie von 7,5 Monaten (24,2 vs. 16,7 Monate). Bei linksseitigen Tumoren betrug das mOS 36,0 Monate unter Cetuximab/Chemotherapie versus 31,4 Monaten unter Bevacizumab/Chemotherapie. Wie Vogel betonte, würden mCRC-Patienten unabhängig von der primären Tumorlokalisation von einer Behandlung mit Bevacizumab profitieren. Das Fazit beider Onkologen: Patienten mit rechtsseitigen Darmtumoren im Stadium IV haben eine deutlich schlechtere Prognose. Da die Tumorlokalisation zudem eine prädiktive Bedeutung hat, sollte sie auch bezüglich der Wahl der Kombinationstherapie berücksichtigt werden.

(sk)

Quelle: Pressegespräch „First-Line-Therapie des mCRC: Welchen Einfluss hat die Tumorlokalisation auf die Behandlung von RAS-Wildtyp-Patienten?“, 27.07.2016, Frankfurt am Main; Veranstalter: Roche Pharma AG

Literatur:

(1) Venook AP et al. J Clin Oncol 2016;34 (Suppl; Abstr. 3504).


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