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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. Mai 2020
Seite 3/5

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Funktionelle GEP-NEN

 
Die funktionellen NEN sind der „Prototyp“ dieser Entität: Tumoren, die biologisch aktive Peptide produzieren, sezernieren und dadurch zu charakteristischen Symptomen führen. Die Symptome des Peptid-Exzesses werden von vielen Patienten bemerkt, bevor Symptome durch die Raumforderung entstehen, womit die Chance besteht, diese Tumoren früher zu diagnostizieren. Dennoch werden auch diese NEN häufig erst in fortgeschrittenem oder sogar bereits metastasiertem Stadium (siehe Karznoid-Syndrom) diagnostiziert. Für die funktionellen NEN kann neben CgA häufig auch das sezernierte Peptid oder ein Metabolit davon in Blut oder Urin als Tumormarker – v.a. in der Nachsorge – verwendet werden.
 

Karzinoid-Syndrom

 
Am bekanntesten ist wahrscheinlich das Karzinoid-Syndrom, für das die Kombination aus anfallsweiser Gesichtsrötung (Abb. 2), Bauchschmerzen und Diarrhoen typisch ist. Das „typische“ Karzinoid-Syndrom entsteht auf dem Boden eines Serotonin-Exzesses und die verursachenden Tumoren sind häufig im Dünndarm (terminales Ileum oder Jejunum) zu finden. Da Serotonin in der Leber metabolisiert wird, ist das Auftreten eines Karzinoid-Syndroms nur dann möglich, wenn die Metastasen in der Leber Serotonin produzieren und damit unmittelbar in das venöse System sezernieren. Weitere Möglichkeiten eines symptomatischen Serotonin-Exzesses sind der Anfall großer Mengen, die von der Leber nicht ausreichend metabolisiert werden können, oder wenn der zugrundeliegende Tumor außerhalb des Abflussgebietes der Pfortader liegt (z.B. in den Ovarien). Obwohl die genannten Symptome bei symptomatischen Patienten meist im Vordergrund stehen, darf die Auswirkung des Serotonin-Exzesses auf das Herz keineswegs vergessen werden: es kann zur Endokardfibrose mit Beteiligung der (rechtsseitigen) Herzklappen kommen (Hedinger-Syndrom). Obwohl die Echokardiographie hier das diagnostische Mittel der Wahl ist, kann möglicherweise die Bestimmung von pro-BNP im Serum zum Screening verwendet werden, da bei normwertigem pro-BNP eine Endokardfibrose unwahrscheinlich zu sein scheint.
 
Abb. 2: Bild eines typischen „Flush“ bei einem Karzinoid-Syndrom. Ursache war in diesem Fall, wie häufig, ein Serotonin-produzierender NET des Dünndarms.
Lupe
Abb. 2: Bild eines typischen „Flush“

 
 
Auch atypische Karzinoid-Syndrome sind beschrieben. Diese sind dem „klassischen“ Karzinoid vergleichbar, werden aber durch andere Mediatoren oder Serotoninvorstufen (z.B. Hydroxytryptophan) ausgelöst. Die Unterscheidung ist hauptsächlich deshalb wichtig, weil die zugrundeliegenden Tumoren bei klinisch ähnlichem Bild meist nicht im Dünndarm, sondern z.B. in der Lunge lokalisiert sind. Auch für die biochemische Diagnostik ergeben sich Unterschiede. Während beim Karzinoid-Syndrom die 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIES), ein Abbauprodukt des Serotonins, im 24-Stunden-Urin als Tumormarker wichtig ist, ist diese bei atypischen Karzinoid-Syndromen nicht erhöht.
 

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"Klinik und Diagnostik von gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Neoplasien"

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