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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. Dezember 2012

Intrahepatisch hochdosierte Chemotherapie durch Chemosaturation

ESMO 2012 - Hepatozelluläres Karzinom

Im Rahmen eines Satellitensymposiums auf dem diesjährigen ESMO-Kongress tauschten sich Experten über ihre Erfahrungen mit der 2. Generation des Hepatic CHEMOSAT® Delivery Systems zur Behandlung von Leberkrebs aus. Mit dieser Methode ist es möglich, ein Chemotherapeutikum hochdosiert direkt in die Leber zu verabreichen und dabei systemische Nebenwirkungen weitestgehend zu vermeiden.

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Die verschiedensten Tumorentitäten (wie Melanome, Neuroendokrine Tumoren, Kolorektalkarzinom etc.) gehen mit einer Metastasierung in die Leber einher. Diese sind oft für eine schlechte Prognose der Patienten verantwortlich. Bei dem Chemosat®-System handelt es sich um eine sog. „Whole Organ Therapy“, bei der mittels eines Doppelballon-Katheters das ganze Organ, die Leber, isoliert wird und das Chemotherapeutikum (Melphalan) anschließend perkutan intraarteriell hepatisch appliziert wird.

Nach der Aufsättigung des Organs wird das hepatische Blut über ein extrakorporales Filtersystem vom Chemotherapeutikum gereinigt, bevor es zurück in den Blutkreislauf des Körpers gelangt. Dadurch werden nicht nur die sichtbaren, sondern auch Mikrometastasen erreicht, die in der Bildgebung nicht erkennbar sind. Darüber hinaus ist der Einsatz von bis zu 10-fach höheren Dosen an Melphalan möglich, wodurch dieses seine volle Antitumor-Aktivität entfalten kann und zudem dessen systemische Nebenwirkungen (v.a. Neutropenien) minimiert werden.

„Die Methode ist minimalinvasiv, wiederholbar und technisch leicht durchführbar, erfordert aber eine multidisziplinäre Zusammenarbeit,“ sagte Steven O’Day, Los Angeles/USA. Wie Pier Francesco Ferrucci, Mailand/Italien, erklärte, kann mit Hilfe des neuen Chemofilters der 2. Generation das Melphalan besser aus dem Blut gefiltert werden, wodurch die Melphalan-bedingten Nebenwirkungen noch mehr verhindert werden können, und das ohne Einbußen der Effizienz. Als weiteren Vorteil nannte Sanjiv Agarwala, Philadelphia/USA, außerdem, dass mit Hilfe dieser Aufsättigungstechnik Tumorschrumpfungen erreicht werden könnten, die häufig eine Konversion einer nicht-resektablen in eine resektable Situation ermöglichen.

Klinische Studien mit Chemosat® zeigten eine konsistente Antitumorwirkung, weswegen es seit 2011 in der EU zugelassen ist, erklärte Agarwala. Weiterhin läuft ein klinisches Studienprogramm, damit das Chemosat®-System auch in den USA bald zugelassen werden kann. „Die Chemosaturation ist ein wertvolles Werkzeug in der Werkzeugkiste eines Onkologen,“ sagte Agarwala abschließend.

sk

Satellitensymposium „Chemosaturation Therapy: Creating new options in the management of patients with liver dominant disease; ESMO 2012, Wien, 28.09.2012; Veranstalter: Delcath Systems
 


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