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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
14. Dezember 2008

Höchste Evidenz für Prophylaxe mit Posaconazol bestätigt

Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie 10.-14.10.2008 Wien
Die demnächst aktualisiert erscheinenden Leitlinien „Infektionen bei Neutropenie“ der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) weisen für die Prophylaxe invasiver Pilzinfektionen (IFI) mit Posaconazol bei bestimmten Patienten die höchste Evidenz aus. Damit bestätigen sie die guten Ergebnisse aus Studien und klinischer Praxis, die Experten anlässlich der DGHO-Jahrestagung in Wien diskutierten.
Eine antimykotische Prophylaxe ist unter anderem bei einer zu erwartenden Neutropenie von mehr als 7 Tagen unter Chemotherapie bei Empfängern einer allogenen oder autologen Stammzelltransplantation und bei Patienten mit hämatologischen Neoplasien indiziert. Studien bestätigen die gute Wirksamkeit von Posaconazol in einigen dieser Situationen, betonte Prof. Dr. Hildegard T. Greinix, Wien. So reduzierte die prophylaktische Posaconazolgabe in einer randomisierten Studie bei Patienten, die an einer verlängerten Neutropenie aufgrund einer Remissions-induzierenden Chemotherapie bei akuter myeloischer Leukämie (AML) oder myelodysplastischem Syndrom (MDS) litten, die Häufigkeit von invasiven Pilzinfektionen (IFI) gegenüber der Prophylaxe mit Fluconazol oder Itraconazol signifikant [1]. Das resultierte in den 100 Tagen nach Randomisierung auch in einem signifikanten Überlebensvorteil durch Posaconazol gegenüber diesen Standardazolen, berichtete Greinix.
Die gute Studienlage für Posaconazol würdigen die Verfasser der in Vorbereitung befindlichen deutschen Leitlinien [2], wie PD Dr. Andrew J. Ullmann, Mainz, berichtete. Die Arbeitsgemeinschaft Infektionen in der Hämatologie und Onkologie (AGIHO) der DGHO bewertet dort die Prophylaxe von IFI mit Posaconazol bei Remissions-induzierender Chemotherapie aufgrund von AML bzw. MDS mit zu erwartender lang andauernder Neutropenie und bei allogener Stammzelltransplantation mit GvHD mit dem höchsten Evidenzgrad A1. Ullmann betonte, dass mit Posaconazol erstmals für eine IFI-Prophylaxe auch eine Reduktion der Sterblichkeit nachgewiesen werden konnte [1]. Die sich aus den Studien ergebende Number Needed to Treat (NNT) liegt seiner Einschätzung nach dabei mit 16 bis 17 im Vergleich zu anderen gängigen Medikamenten sehr niedrig. In seiner eigenen Klinik reduzierte eine Posaconazolprophylaxe die pulmonalen Infiltrate signifikant und auch Halozeichen und IFI deutlich. „Seit Einführung dieser Prophylaxe haben wir bei Neutropenie keinen Sterbefall mehr aufgrund einer Pilzinfektion“, so Ullmann.

Quelle: Satelliten-Symposium „Evidenzbasierte Vermeidung und Therapie invasiver Pilzinfektionen bei onkologischen Risikopatienten – Klinische Umsetzung und Finanzierbarkeit.“
DGHO-Jahrestagung, Wien, 10. Oktober 2008, essex
1. Cornely OA et al. N Engl J Med 2007; 356: 348-359
2. Cornely OA et al. Haematologica in press


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