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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
07. November 2004

Fulvestrant: Wirksam auch nach Versagen anderer endokriner Therapien

„Ein altes Prinzip, aber ein neuer Wirkmechanismus“, so beschrieb Prof. Günther Steger, Wien, die endokrine Therapieoption mit Fulvestrant. Es handelt sich um ein reines Antiöstrogen, das im Gegensatz zu Tamoxifen keine agonistische Wirkung aufweist, mindestens ebenso effektiv wie Anastrozol ist und auch nach Versagen vorheriger endokriner Therapien noch wirkt.
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Die Substanz Fulvestrant (Faslodex®) bindet mit wesentlich höherer Affinität als Tamoxifen an den Östrogenrezeptor, inaktiviert beide Untereinheiten und führt zu einem beschleunigen Abbau der Rezeptoren. Da es sich um ein reines Antiöstrogen ohne agonistische Wirkung handelt, bleiben unerwünschte Effekte wie z.B. Veränderungen am Endometrium aus. Die Verträglichkeit von Fulvestrant bezeichnete Prof. Steger als ausgezeichnet, die Wirksamkeit als mindestens zu gut wie die von Anastrozol, wie die Auswertung von 2 großen Phase-III-Studien ergab, in die in Nordamerika bzw. Europa 851 Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs nach Progress oder Rezidiv unter vorheriger endokriner Therapie eingeschlossen waren. Etwa 80% hatten einen positiven Rezeptorstatus, bei 20% der Frauen war der Rezeptorstatus unbekannt. Nach der Randomisierung erhielten sie entweder Fulvestrant (250 mg i.v. alle 4 Wochen) oder Anastrozol (1 mg 1 x tägl.). Die Überlebenszeit war mit rund 27 Monaten unter beiden Substanzen nahezu identisch. Ein leichter Vorteil für Fulvestrant, der jedoch nicht signifikant war, zeichnete sich ab bei der medianen Zeit bis zum Progress (5,5 vs. 4,1 Monate), dem klinischen Benefit (Remission und Stabilisierung > 24 Wochen: 43,5 vs. 40,9%) sowie bei der objektiven Ansprechrate (19,2 vs. 16,5%). Die Ansprechdauer war unter Fulvestrant tendenziell länger als unter Anastrozol (16,7 vs. 13,7 Monate).
In einer Untersuchung von Steger et al. an 88 Patientinnen, zeigte sich auch im 2., 3., und 4. endokrinen Therapieschritt beim metastasierten Mammakarzinom für Fulvestrant noch ein Gesamtnutzen von 56% (Ansprechen und Krankheitsstabilisierung > 6 Monate). Steger hob hervor, dass insbesondere Frauen mit positiven Östrogen- und Progesteron-Rezeptoren (ER+ PgR+) von Fulvestrant profitieren und auch Patientinnen mit asymptomatischen viszeralen Metastasen sowie Knochenmetastasen einen Vorteil von einer Behandlung mit dem reinen Antiöstrogen haben.
Positiv zu bewerten ist laut Steger die Möglichkeit der intramuskulären Applikation, die nur einmal pro Monat durchgeführt werden muss. Dies würde die Substanz für eine adjuvante Therapie prädestinieren. Abschließend meinte Steger, dass Fulvestrant ein weiterer, wichtiger Schritt in die Richtung ist, die Chemotherapie zeitlich zu verschieben und Symptome zu unterdrücken

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