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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
07. November 2004

Frauen in gebärfähigem Alter auf Möglichkeit des Ovarschutzes hinweisen

Die Überlebensrate von Krebspatienten hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Dadurch gewinnt für junge Frauen ein Aspekt immer mehr an Bedeutung – der Erhalt der Fertilität. Denn jede Chemotherapie schädigt die Vorstufen der Follikel in den Ovarien. Man sollte deshalb Frauen vor Beginn der Chemotherapie darüber aufklären und auf die Möglichkeiten hormoneller Schutzmaßnahmen hinweisen, forderte Prof. Kurt Possinger, Berlin.
Je nach Zytostatika, Dosis, Behandlungsdauer und Alter bleiben 30 bis 70% der Frauen nach einer Chemotherapie in der Folge unfruchtbar. Auch über diese Nebenwirkung der Chemotherapie müssen die Frauen aufgeklärt werden, sagte Possinger. Denn die Unfruchtbarkeit ist kein unabwendbares Schicksal. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit der Kryopräservation von Eizellen oder von Ovarialgewebe. Nachteile dieser Methoden sind zum einen der Zeitverlust, da die Eizellen erst stimuliert werden müssen, zum anderen besteht die Gefahr der späteren Tumorzelltransplantation mit dem Ovarialgewebe, gab Possinger zu bedenken. Häufig finden sich zum Beispiel Tumorzellen in den Ovarien von Patientinnen mit hochmalignen Lymphomen und bei Leukämiepatientinnen.
Eine weitere Möglichkeit die Funktion der Eierstöcke trotz Chemotherapie zumindest teilweise zu erhalten, besteht in der Gabe von Goserelin. Der GnRH-Agonist unterdrückt die Reifung von Follikeln und es bleibt ein ruhender Pool erhalten, der von der Chemotherapie nicht angegriffen wird. Mit der Goserelin-Gabe sollte mindestens 2 Wochen vor der Chemotherapie begonnen werden, sagte Possinger. Die durch Goserelin induzierte Amenorrhoe ist bei Patientinnen, die jünger als 40 Jahre sind, in etwa 90% der Fälle reversibel.
Da der GnRH-Agonisten den Untergang von Eizellen verhindert, könnte damit theoretisch auch der vorzeitige Eintritt in die Menopause nach einer Chemotherapie vermieden werden. Dass dies ein großes Problem darstellt, zeigte eine Untersuchung an 1000 Frauen, über die Possinger berichtete. Sie hatten in jungen Jahren eine Chemo/ Strahlentherapie erhalten und 42% waren mit 31 Jahren bereits in der Menopause.

as

Quelle: Mammakarzinom – endokrine Therapiealgorithmen: AstraZeneca Satellitensymposium auf der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie, Innsbruck, 3. Oktober 2004


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