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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
14. Dezember 2008

Eisenchelationstherapie – auch bei MDS-Patienten

Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie 10.-14.10.2008 Wien
Da MDS-Patienten mit niedrigem oder niedrig-intermediärem (Int-1) Risiko nach IPSS eine mediane Überlebenszeit von 68 bzw. 42 Monaten haben, empfehlen verschiedene internationale Richtlinien bei Transfusionspflicht dieser Patienten den Einsatz von Eisenchelatoren. Von einer Chelat-Therapie profitieren aber auch Patienten mit höherem Risiko, wenn eine deutliche Lebensverlängerung durch Therapie oder eine allogene Stammzellentransplantation vorgesehen ist, unterstrich Dr. Aristoteles Giagounidis, Duisburg.
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Durch die Einführung des einmal täglich oral einzunehmenden Eisenchelators Deferasirox (Exjade®, Novartis) wurde die Eisenchelationstherapie erheblich erleichtert.
Deferasirox wird nach oraler Einnahme rasch resorbiert und weist eine Halbwertszeit von 12 bis 16 Stunden auf. Diese lange Wirkdauer erlaubt nach einmal täglicher Dosierung einen kontinuierlichen Schutz vor hochreaktiven, nicht-Transferrin-gebundenen Eisenatomen. Bei MDS-Patienten mit mittlerer Transfusionspflicht (2-4 Erythrozytenkonzentrate (EK) pro Monat) führt eine Dosierung von 20 mg/kg/Tag zu einer Stabilisierung der Serumferritinwerte und ausgeglichener Eisenbilanz. Bei niedriger Transfusionshäufigkeit (>2 EK/Monat) kann die Therapie auch mit geringerer Dosis (10 mg/kg/Tag) begonnen werden. Für Patienten mit manifestierter Eisenintoxikation empfiehlt sich eine Startdosis von 30 mg/kg/Tag zur raschen Reduktion der Eisenbelastung. Je nachdem, ob das Therapieziel die Aufrechterhaltung des Eisengleichgewichts oder die Reduktion einer bereits etablierten Eisenüberladung ist, kann die Dosis abhängig von der Transfusionsrate angepasst werden.
Durch seine Lipophilie kann Deferasirox auch intrazelluläres Eisen aus verschiedenen Geweben mobilisieren, u.a. aus dem Herzmuskel, dessen Funktion durch Eisenüberladung gefährlich eingeschränkt werden kann. Zur Überwachung der Wirksamkeit der Therapie sind monatliche Serumferritinspiegel indiziert. Alle 3-6 Monate sollte die Deferasirox-Dosis überprüft werden. Entsprechend dem Trend des Serumferritins kann die Dosis in Schritten von 5 und 10 mg/kg/Tag angepasst werden.
Deferasirox wird im Allgemeinen gut vertragen. Die häufigsten dosisabhängigen Nebenwirkungen sind leichte bis mäßige vorübergehende gastrointestinale Störungen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen) sowie Hautausschlag. Diese klingen gewöhnlich spontan und ohne Therapieunterbrechung ab.

Quelle:


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