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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
23. April 2010

Einsatz von Rituximab in der Therapie der CLL und NHL

Rituximab ist seit Jahren Bestandteil der First-Line-Therapie beim Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) und Standardtherapie der chronisch-lymphatischen Leukämie (CLL). Aktuelle Studienergebnisse belegen zusätzlich die Effektivität der Kombination Bendamustin/Rituximab bei CLL.
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In der Therapie des NHL steht neben dem über lange Zeit angewendeten R-CHOP-Regime nun auch die Kombination Rituximab-Bendamustin zur Verfügung. In einer Phase-III-Studie der deutschen Studiengruppe indolente Lymphome (StiL) wurde das gängige R-CHOP-Regime direkt mit der B-R-Kombinationstherapie verglichen [1]. Durch die Kombination Bendamustin-Rituximab profitierten die Patienten mit einem um 20,1 Monate längeren medianen progressionsfreien Überleben von 54,9 Monaten versus 34,8 Monaten unter R-CHOP (p=0,00012) und einer signifikant höheren Komplettremissionsrate (39,6% vs. 30,0%, p=0,0262). Die Zeit bis zur näch-sten Behandlung (Time to Next treatment, TTNT) betrug bei CHOP-R median 37,5 Monate, unter B-R war der Median bei der Auswertung noch nicht erreicht (p=0,000022).
„Die Bendamustin-Rituximab-Kombination ist überlegen hinsichtlich progressionsfreiem Überleben (…) und Fakt ist in jedem Fall ein besseres Verträglichkeitspotential und deswegen kann Bendamustin plus Rituximab sicherlich das Potential beanspruchen, eine der Erstlinientherapien zu sein, die man empfehlen kann“, so Studienleiter PD Dr. Mathias J. Rummel, Leiter der Abteilung Hämatologie der Universität Gießen.
Seit Anfang letzten Jahres zählt die Chemoimmuntherapie mit Rituximab bereits zum Standard in der Therapie unvorbehandelter Patienten mit CLL. Zur Zulassung von Rituximab in Kombination mit einer Chemotherapie im Februar 2009 führten die Ergebnisse der CLL8-Studie. Das FCR-Regime verlängerte hier das progressionsfreie Überleben um 19 Monate – der primäre Endpunkt der Studie – gegenüber dem FC-Regime von 32,8 Monaten auf 51,8 Monate. Die Rate des Gesamtüberlebens drei Jahre nach Randomisierung betrug im FCR-Arm 87,3% im Vergleich zu 82,5% im FC-Arm (p=0,012). Rituximab wurde im ersten Zyklus mit 375 mg/m2 Körperoberfläche und in den fünf weiteren Zyklen mit 500 mg/m2 Körperoberfläche verabreicht [2]. Es zeige sich ein Umdenken in der Therapie, da man heutzutage nicht nur jüngeren, sondern auch älteren Patienten eine aggressivere Chemotherapie zumute, ergänzt Professor Wendtner von der Universität zu Köln. Dies spiegelte sich in auch im Patientenkollektiv der CLL-8-Studie wieder: Da es hier keine Altergrenze gab, sondern lediglich die körperliche Fitness beurteilt wurde, waren ein Viertel der Patienten älter als 75.
Bereits zwei Phase-II-Studien der Deutschen Studiengruppe CLL untersuchten die Kombination Bendamustin-Rituximab als First-Line-Therapie bei fortgeschrittener CLL. Dabei erwies sich die B-R-Kombinationstherapie als effektiv bei gut kontrollierbaren Nebenwirkungen. Die aktuell laufende CLL-10-Studie der Phase III der deutschen CLL-Studiengruppe untersucht die Wirkung einer kombinierten Immunchemotherapie von Fludarabin, Cyclophosphamid und Rituximab (FCR) versus Bendamustin und Rituximab (BR) bei unbehandelten Patienten mit CLL und es bleibt abzuwarten, ob sich diese Kombination als ebenso wirksam wie bei der Therapie des NHL erweist.

Symposium „Mabthera 2010: Perspektiven der Therapie von NHL und CLL“. 29. DKK Berlin, 24.-27. Februar 2010

1. Rummel M.J. et al. ASH Annual Meeting 2009 Blood 114 (22): 168 (Abstract 405)
2. Hallek M et al. ASH Annual Meeting 2009 Blood 114: Abstract 535.

Quelle:


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