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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
07. Februar 2013

Editorial 1/2013: ASH/ Pankreaskarzinom/ Immuntherapie

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Prof. Hanno Riess
 

Den Auftakt der 1. Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE bildet wie jedes Jahr der Kongress der American Society of Hematology (ASH), der diesmal in Atlanta stattfand. Die Hämatoonkologie ist beispielhaft für die rasante Entwicklung neuer Therapien basierend auf einem besseren Verständnis und den molekularen Grundlagen der Erkrankung. Ein zweiter, sehr wichtiger Kongress ist das San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS). Auch beim Mammakarzinom zeigt sich die immer differenzierter werdende und individualisiertere Therapiestratifizierung auf Grundlage der molekularen Subtypen, die zunehmend besser identifiziert, verstanden und klinisch zugeordnet werden können.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Pankreaskarzinom. Dabei handelt es sich um einen Tumor mit nach wie vor höchster Sterblichkeitsrate und die Fortschritte in der Therapie sind bisher nicht annähernd vergleichbar mit denen ausgewählter hämatologischer Erkrankungen oder beim Mammakarzinom. Gründe sind zum einen die regelhaft späte Diagnosestellung und die meist sehr frühe Metastasierung, zum anderen die geringe Wirksamkeit konventioneller Chemotherapeutika sowie die extreme und unzureichend verstandene molekulare Heterogenität, die bisher individualisierte Therapiestrategien unmöglich machte. Für Aufmerksamkeit in der jüngsten Vergangenheit hat die Aufdeckung der für Tumorentstehung und -propagation wesentlichen Interaktion der Tumorzellen mit dem sie umgebenden Stroma gesorgt. Der gegenwärtige Kenntnisstand und die sich daraus ableitenden neuen therapeutischen Ansätze werden von den Kollegen Kleger und Seufferlein, Ulm, anschaulich dargelegt.

Den Behandlungsstandard nach kurativ intendierter Operation stellt aufgrund der aktuellen Studienlage weiterhin eine adjuvante Chemotherapie mit Gemcitabin dar. Multimodale neoadjuvante Therapiekonzepte für Patienten mit nicht-metastasierter, lokal fortgeschrittener Erkrankung zur Erhöhung des Anteils erfolgreicher Resektionen werden ebenso wie die Einbeziehung zielgerichteter und immunmodulatorischer Substanzen zur Verbesserung der adjuvanten Therapie in Studien untersucht.

Anders als für unspezifische immunmodulatorische Ansätze wurden für zielgerichtete (targeted) Immuntherapien in der jüngsten Vergangenheit bei verschiedenen Erkrankungen wie beim malignen Melanom klinisch relevante Erfolge berichtet. Auch beim Hodgkin-Lymphom, das sich aufgrund der Entwicklung effektiver Polychemotherapien und Verbesserungen in der Strahlentherapie zu einem meist kurativ behandelbaren Tumor entwickelt hat, werden vielversprechende und vergleichsweise gering toxische Ansätze mit immunmodulierenden Substanzen oder der zielgerichteten Therapie mit dem Antikörper-Wirkstoffkonjugat Brentuximab Vedotin berichtet. Kreissl und Borchmann, Köln, geben in ihrem Artikel einen Überblick zu den offenen Fragen bei der Behandlung von Patienten mit Hodgkin-Lymphom.

Nachdem beim Nierenzellkarzinom die unspezifische Immuntherapie weitestgehend durch wirksame zielgerichtete Therapien verdrängt worden ist, lassen nun auch hier eindrucksvolle Ergebnisse mit der spezifischen Immuntherapie aufhorchen, z.B. mit dem Tumorimpfstoff IMA901, über den Bedke und Stenzl, Tübingen, berichten.

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen
Prof. Hanno Riess, Charité Berlin


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