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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
29. Dezember 2012

CML - Fragen zur Therapieoptimierung

DGHO 2012 - chronische myeloische Leukämie

Die Therapieoptimierung der chronischen myeloischen Leukämie (CML) nach prognostischen Kriterien stand im Fokus einer Fortbildungsveranstaltung auf dem diesjährigen DGHO. Nachdem die ENESTnd-Studie tiefere und schnellere molekulare Remissionen (MR) mit Nilotinib im Vergleich zu Imatinib in der Erstlinie nachweisen konnte, stellt sich nun die interessante Frage, welche Patienten von einem Therapiewechsel profitieren, und ob bei tiefen MR die Behandlung auch ausgesetzt werden kann. Mit dieser Frage beschäftigen sich aktive Studien, auf deren Ergebnis man gespannt sein darf.

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Mit der Einführung von Imatinib konnte die Überlebenswahrscheinlichkeit von CML-Patienten erstmals dramatisch verbessert werden. Etwa 55-60% der CML-Patienten haben von Imatinib einen langfristigen Benefit. Kehrseite der Medaille ist, dass rund 45% nicht optimal auf Imatinib ansprechen oder Resistenzen entwickeln, berichtete Dr. Philipp LeCoutre, Berlin.

In der ENESTnd-Studie induzierte der Zweitgenerations-Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) Nilotinib in der Erstlinie eingesetzt schnellere und tiefere Remissionen als Imatinib und verringerte damit die Gefahr des Fortschreitens der Krankheit. Somit stellt sich die Frage, welche Patienten, die Imatinib erhalten, von einem Therapiewechsel profitieren. Dieser Frage geht u.a. die Studie ENESTcmr nach, in der Patienten mit CML in kompletter zytogenetischer Remission, jedoch messbarem BCR-ABL, nach mindestens 2-jähriger Imatinib-Therapie 1:1 randomisiert werden und entweder Imatinib kontinuierlich weiter erhalten (400 oder 600 mg tägl.) oder auf 400 mg tägl. Nilotinib umgestellt werden. Nach den Daten, die auf dem letzten ASCO vorgestellt wurden, hatten nach 12 Monaten doppelt so viele Patienten eine tiefere MR erreicht als diejenigen, die mit Imatinib weiter behandelt worden waren.

Das Risiko einer Progression der CML ist nach wie vor bedeutend, sagte Prof. Andreas Hochhaus, Jena. Nach Progression liegt das mediane Überleben nur bei 10,5 Monaten.

Gleichzeitig stellt sich aber die Frage, ob Patienten, die mit den wirksameren Zweitgenerations-TKIs ein tiefes molekulares Ansprechen erzielen, diese Medikamente dauerhaft erhalten müssen. In der französischen Studie SPIRIT wurde beobachtet, dass das molekulare Ansprechen mit BCR-ABL-Werten < 0,01% in der Gruppe, die Imatinib in Kombination mit Interferon erhalten hatte, signifikant höher war als bei Patienten, die 400 mg Imatinib erhielten (30% vs. 14%; p=0,001). Die randomisierte Studie CML V TIGER (Tasigna-Interferon GERmany) prüft nun Nilotinib als Erstlinie, kombiniert mit Interferon (Peg-Intron) als Erhaltungstherapie. Bei Erreichen einer MR4 (< 0,01% BCR-ABL/ABL) besteht die Option, die Therapie abzusetzen, bei suboptimalem Ansprechen kann die Nilotinib-Dosis erhöht werden. Die Studie ist aktiv, Beginn der Rekrutierung war August 2012.

as

Satellitensymposium „Innovationen eröffnen Perspektiven“, 21.10.2012; Veranstalter: Novartis
 


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