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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
09. Juli 2006

Behandlung invasiver Pilzinfektionen: Caspofungin auch bei schwerkranken Patienten wirksam und verträglich

Eine Therapie mit Caspofungin (Cancidas®) ist auch bei schwerkranken und immungeschwächten Mykosepatienten effektiv und gut verträglich. Dies zeigte die bislang größte Falldokumentation von 118, außerhalb von Studien mit Caspofungin behandelten Patienten (1).
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Invasive Pilzinfektionen werden bei neutropenischen Patienten mit persistierendem Fieber, die nach 3-4 Tagen auf ein Breitspektrumantibiotikum nicht angesprochen haben, empirisch behandelt. Die Diagnose dauert oft zu lang und ist insbesondere bei invasiven Aspergillus-Infektionen nicht ausreichend spezifisch und sensitiv. Wegen des hohen Mortalitäsrisikos darf ein Zeitverlust nicht riskiert werden.
Die Auswahl der Substanzen richtet sich nach der Effektivität und nach dem Sicherheitsprofil. Verschiedene klinische Studien belegen inzwischen für Caspofungin eine bessere Verträglichkeit als für konventionelles Amphothericin B, Azole und liposomales Amphothericin B. Im Vergleich zu den genannten Antimykotika weist Caspofungin die niedrigste Rate an Nephrotoxizität und Hepatotoxizität auf.
Die Interpretation der Effektivitätsdaten der verschiedenen Studien zur empirischen Therapie ist laut PD Dr. Axel Glasmacher, Bonn, hingegen schwierig und lässt keine eindeutige Aussage zur Überlegenheit einer Substanz zu. Anders verhält es sich in der Therapie nachgewiesener invasiver Aspergillus-Infektionen. Hier besitzt Fluconazol keine Aktivität, hingegen ist für Caspofungin eine sehr gute Effektivität nachgewiesen. Aspergillus-Infektionen nehmen kontinuierlich zu und so bezeichnete Glasmacher Caspofungin als das Medikament der Wahl für die empirische Therapie invasiver Pilzinfektionen, auch vor dem Hintergrund der geringen Leber- und Nierentoxizität sowie des niedrigeren Risikos von Medikamentenwechselwirkungen im Vergleich zu den anderen fungiziden Substanzen.

Falldokumentation
Dass Caspofungin auch bei schwerstkranken, immungeschwächten Patienten effektiv und gut verträglich ist, erwies eine Falldokumentation von 118 Patienten, die außerhalb von Studien mit Caspofungin behandelt wurden.1
Nach EORTC/MSG-Kriterien war bei 30% sicher eine invasive Pilzinfektion nachgewiesen, in 15 Fällen Aspergillus spp. und Candida spp. in 14 Fällen. 81% der Patienten waren vorwiegend mit Amphotericin B vorgehandelt. Hauptgrund für den Wechsel auf Caspofungin war das Versagen der Vortherapie. Caspofungin wurde im median 15 Tage lang verabreicht. 106 Patienten waren beurteilbar, 64% sprachen auf die Therapie an. Die Überlebensrate 30 Tage nach Therapieende lag bei 70%. Caspofungin wurde insgesamt gut vertragen, lediglich in 6% traten Nebenwirkungen wie Durchfall und Übelkeit auf (Grad 1-2). Auch eine Co-Medikationen mit Ciclosporin A war unproblematisch und es musste in keinem Fall die Therapie wegen Nebenwirkungen abgebrochen werden.

Scientific Symposium: Evidence and Experience in the Treatment of High-Risk Patients with Fungal Infections. Im Rahmen des 32nd Annual Meeting of the European Group for Blood and Marrow Transplantation, Hamburg, 19 März 2006. Veranstalter: MSD

as

Quelle: 1) Glasmacher A, Cornely OA, Orlaopp K et al.: Caspofungin treatment in severely ill, immunocompromised patients: a case-documentation study of 118 patients. J Antimicrob Chemother 2006; 57(1): 127-134.


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