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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
15. Februar 2010

ASH: Chronische lymphatische Leukämie – Rituximab plus Chemotherapie als Erstlinientherapie bessert Überlebensraten

Die Kombination des CD20-Antikörpers Rituximab mit Fludarabin und Cyclophosphamid verlängert das Überleben von Patienten mit vorher unbehandelter, fortgeschrittener chronischer lymphatischer Leukämie (CLL). Dieses Ergebnis der von Prof. Dr. Michael Hallek, Köln, im Dezember 2009 beim ASH-Kongress in New Orleans (USA) vorgestellten CLL8-Studie stützt die Empfehlung, die Dreifachkombination als Standardtherapie bei CLL-Patienten in guter körperlicher Verfassung einzusetzen.
In der multizentrischen internationalen randomisierten Phase-III-Studie CLL8, die von der deutschen CLL-Studiengruppe (DCCLSG) initiiert worden war, wurden 817 nicht vorbehandelte Patienten mit CD20-positiver CLL in gutem körperlichen Zustand randomisiert mit bis zu sechs Zyklen Fludarabin plus Cyclophosphamid ohne (FC) oder mit Rituximab (Mabthera®) (375 mg/m² im ersten, dann 500 mg/m² in den Zyklen 2 bis 6) (FCR) behandelt. Die Patienten waren im Median 61 Jahre alt, 64,1% waren im Stadium Binet B, 31% Binet C und 4,9% Binet A. Erste Ergebnisse der Studie waren bereits 2008 beim ASH-Kongress vorgestellt worden. Beim ASH-Kongress 2009 präsentierte Hallek nun aktualisierte Daten nach einer medianen Beobachtungszeit von 37,7 Monaten. Bei 388 Patienten der FCR- und bei 371 Patienten der FC-Gruppe war das Ansprechen, bei 401 Patienten der FCR- und bei 389 Patienten der FC-Gruppe waren das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) auswertbar.

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Abb. 1: Primärer Endpunkt progressionsfreies Überleben in der CLL8-Studie: Es betrug in der FCR-Gruppe im Median 51,8 Monate, in der FC-Gruppe 32,8 Monate (p < 0,001)

Die Gesamtansprechrate war mit 95,1% in der FCR-Gruppe signifikant höher als in der FC-Gruppe mit 88,4% (p < 0,01). FCR induzierte signifikant mehr komplette Remissionen als FC (44,1 vs. 21,8%, p < 0,01). Das mediane PFS war mit 51,8 Monaten in der FCR-Gruppe signifikant länger als mit 32,8 Monaten in der FC-Gruppe (p < 0,001, Hazard-Ratio 0,56) (Abb. 1). Drei Jahre nach Randomisierung war bei 64,9% der Patienten im FCR-Arm und bei 44,7% der Patienten im FC-Arm noch keine Progression eingetreten. Bei Patienten im Stadium Binet A (n = 37) wurde das PFS von 41,8 Monaten im FC-Arm auf 61,9 Monate im FCR-Arm verlängert (Hazard-Ratio 0,423), bei Patienten im Stadium Binet B (n = 513) von 44,9 auf 68,8 Monate (HR 0,504) und im Stadium Binet C (n = 239) von 45,2 auf 56,8 Monate (HR 0,732, p = 0,081). Bei Patienten im Stadium Binet C gab es jedoch zwischen den beiden Gruppen Unterschiede. So waren die Patienten im FCR-Arm älter, es dauerte länger von der Diagnose bis zum Einschluss in die Studie, und es waren mehr Zyklen mit mehr als 10% Dosisreduktion erforderlich.

Die Gesamtüberlebensrate betrug drei Jahre nach Randomisierung 87,2% im FCR- und 82,5% im FC-Arm (Hazard-Ratio 0,664, p < 0,012). In beiden Armen ist das mediane Gesamtüberleben noch nicht erreicht. Die FCR-Behandlung war besonders wirksam bei Patienten mit 11q-Deletion, 13q-Deletion und Trisomie 12. Die Kombination konnte jedoch einen frühen Rückfall bei Patienten mit 17p-Deletion nicht verhindern. Neue, bislang nicht bekannte Unverträglichkeiten wurden in der CLL8-Studie nicht gesehen.

Hallek betonte, dass dies die erste randomisierte Studie sei, in der nachgewiesen werden konnte, dass die Wahl der Erstlinientherapie den Verlauf der CLL verbessere. Die Kombination von Rituximab mit Fludarabin/Cyclophosphamid könne das Überleben der Patienten verlängern, deshalb sei es sinnvoll, sie als Standard-Erstlinientherapie bei CLL-Patienten in guter körperlicher Verfassung einzusetzen.
Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

Hallek M. First-line treatment with fludarabine, cyclophosphamide, and rituximab improves overall survival in previously untreated patients with advanced chronic lymphocytic leukemia (CLL): Results of a randomized phase III trial on behalf of an international group of investigators and the german CLL study group. Vortrag Nr. 535, 51th ASH Annual Meeting, New Orleans, 5. bis 8. Dezember 2009.
http://ash.confex.com/ash/2009/webprogram/Paper16896.html

Quelle:


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