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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
07. Februar 2013

ASH 2012: Therapien im Wandel

Der Jahreskongress der American Society of Hematology (ASH) ist das wichtigste Ereignis im Bereich der Hämatologie. Die Therapieoptionen hämatologischer Krebserkrankungen sind in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden, und wie auf dem diesjährigen ASH deutlich wurde, werden sie ständig erweitert, sei es durch neue, ausgefeilte Therapieschemata oder durch neue Wirkstoffe.

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ASH 2012 - Lymphome

Indolente Lymphome: Erste Ergebnisse der BRIGHT-Studie vorgestellt

Erstmals wurden die Daten der amerikanischen BRIGHT-Studie vorgestellt, die in Analogie zur NHL1-2003-Studie der Studiengruppe indolente Lymphome B-R mit R-CHOP, aber zusätzlich auch mit dem anthrazyklinfreien R-CVP-Schema (Rituximab, Cyclophosphamid, Vincristin und Prednison) als Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenen indolenten NHL oder Mantelzell-Lymphom (MCL) verglich (1).

Primärer Endpunkt war die Nicht-Unterlegenheit der CR-Rate von B-R im Vergleich zum Standard R-CHOP oder R-CVP. Dieser Studienendpunkt ist eher ungewöhnlich, da in anderen Studien meist die Überlebenszeit als primärer Endparameter gewählt wird. Sowohl hinsichtlich der Gesamtansprechrate (97% vs. 91%) als auch hinsichtlich der Rate an kompletten Remissionen (31% vs. 25%) war B-R den beiden anderen Regimen nicht unterlegen. Bei den MCL war B-R mit einer Gesamtansprechrate von 100% dem R-CVP mit 50% signifikant überlegen, auch die Komplettansprechrate war bei den MCL mit 57% unter B-R signifikant höher als unter R-CVP (14%). Allerdings führte B-R in dieser Studie zu einer höheren Rate an Infektionen und Erbrechen, was darauf zurückzuführen sein könnte, dass in dieser Studie eventuell eine weniger effektive Supportivtherapie als in der StiL-Studie eingesetzt wurde.

Eine Analyse der Lebensqualität in dieser Studie ergab, dass B-R diese im Vergleich zu R-CHOP und R-CVP signifikant verbesserte, mit signifikant besseren Funktions- und Symptomverbesserungen, gemessen mittels des EORTC-QLQ-C30-Bogens (2).

Eine Subanalyse der StiL NHL1-2003-Studie, die den Einfluss der Responsequalität auf das Outcome, also progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS), untersuchte, wurde ebenfalls vorgestellt (3). 514 Patienten hatten randomisiert entweder B-R oder R-CHOP erhalten. Es zeigte sich, dass Patienten mit kompletter Remission ein signifikant längeres PFS und OS hatten als Patienten, die nur eine partielle Remission erzielt hatten. In der Erstlinie sollte daher eine möglichst vollständige Remission erzielt werden, so das Fazit.

Dr. Petra Ortner (po)

Literaturhinweise:
(1) Flinn IW, et al. ASH 2012, Abstr. 902
(2) Burke JM, et al. ASH Annual Meeting Abstracts
(3) Rummel M, et al. ASH 2012, Abstr. 2724


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